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Monatliche Astrovorschau
Monatliche Astrovorschau
von Wilfried Bongartz (Volkssternwarte Bonn e.V.)
Der Sternenhimmel im Februar 2012
In den Abendstunden sind die prächtigen Wintersternbilder Fuhrmann, Orion, Stier und Zwillinge hoch am Himmel zu sehen. Diese markieren den Verlauf der Milchstraße, die fernab irdischer Beleuchtung mit bloßem Auge sichtbar ist. Über dem Südhorizont glitzert der hellste Stern des Himmels, Sirius im Sternbild Großer Hund. Am Osthimmel kündigen sich die Frühlingssternbilder an, die mit fortschreitender Nacht die Himmelsbühne erobern. Das markante Sternbild Löwe gewinnt zuerst an Höhe über dem Horizont, gefolgt von den Sternbildern Bärenhüter und Jungfrau. Am frühen Morgen, wenn die Frühlingssternbilder den Meridian erreicht haben, zeigen sich im Osten die Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler.
Der Mond hat am Monatsanfang gerade das erste Viertel überschritten und zieht am 2. und 3. Februar nördlich des offenen Sternhaufens der Hyaden im Sternbild Stier vorüber. Am 7. Tag des Monats erreicht der Erdtrabant die Vollmondstellung im Sternbild Krebs. Das letzte Viertel ist am 14., Neumond am 21. Februar. Da die Ekliptik zu dieser Jahreszeit steil im Westen aufsteigt, kann die sehr schmale zunehmende Mondsichel bei klarem Himmel schon am frühen Abend des 23. Februar tief über dem Westhorizont gesehen werden. In der Nähe des Planeten Venus (etwa 2,5 Grad Abstand) findet man den Erdbegleiter in der Abenddämmerung des 25. Februar. Am letzten Tag des Monats (29.) steht der zunehmende Mond im Sternbild Stier zwischen den offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden.
Der sonnennahe Planet Merkur ist ab dem 22. 2. in der Abenddämmerung tief über dem Westhorizont sichtbar. An diesem Tag geht Merkur kurz vor 19 Uhr unter. Bis zum Monatsende verzögert sich dessen Untergang auf ca. 19:30 Uhr. Man sollte schon früh nach Anbruch der Dämmerung nach ihm Ausschau halten. Ein Fernglas erweist sich hier als nützliches Hilfsmittel.
Nach Sonnenuntergang ist Venus weiterhin das erste Objekt, das sich am Abendhimmel zeigt. Das strahlend helle Planetenscheibchen ist etwas mehr als zur Hälfte beleuchtet und bietet daher auch im Fernrohr einen schönen Anblick. Am 10. Februar nähert sich Venus dem Planeten Uranus auf etwa 1,5 Monddurchmesser an. In einem Fernglas können dann beide Planeten zusammen im Sichtfeld gesehen werden. Uranus ist jedoch mit einer Helligkeit von ca. 6. Größe nur als „Sternpünktchen” im Feldstecher und kleinen Teleskopen sichtbar.
Die Opposition des Planeten Mars steht am 3. März bevor. Daher ist schon im Februar mit den besten Beobachtungsbedingungen zu rechnen. Man sollte es nicht versäumen, den roten Planeten im Fernrohr einzustellen, um seine Oberflächendetails zu bestaunen. Mars hält sich in den Sternbildern Jungfrau und Löwe auf. Anfang Februar geht der rötlich leuchtende Planet um 20:40 Uhr auf, zum Monatsende schon um 18 Uhr.
Jupiter mit seinem Mondgefolge ist in der ersten Nachthälfte weiterhin ein lohnendes Beobachtungsziel für Teleskope, er geht jedoch von Tag zu Tag früher unter. Daher sollte man sich jetzt noch an seinem Anblick erfreuen, bevor sich die Sichtbedingungen verschlechtern.
Der „Herr der Ringe” Saturn wird immer besser in der zweiten Nachthälfte beobachtbar. Die Aufgangszeiten verfrühen sich im Verlauf des Februars. Zu Monatsanfang zeigt sich Saturn kurz nach Mitternacht über dem Osthorizont, Ende Februar schon um 22:15 Uhr. Wer spät zu Bett geht, sollte den Ringplaneten mit seinen Monden im Fernrohr bewundern. Der hellste Saturnmond Titan ist schon mit dem Fernglas auszumachen.
Uranus ist in der späten Abenddämmerung noch tief am Westhimmel im Feldstecher sichtbar. Teleskopische Beobachtungen lohnen sich jedoch wegen der horizontnahen Stellung des Planeten nicht mehr.
Aufgrund seiner Sonnennähe ist Neptun weiterhin unsichtbar.
Beobachtungstipps für Februar:
Das auffällige Sternbild Stier (lat. Taurus) hat nach Einbruch der Dunkelheit gerade den Meridian überschritten und kann daher noch hoch am Himmel gesehen werden. Die unübersehbaren „Markenzeichen” dieses Sternbildes, die beiden offenen Sternhaufen Hyaden (Regengestirn) und Plejaden (Siebengestirn), sind schon mit bloßem Auge leicht erkennbar (s. Abb. 1). Die
Abb. 1
Abb. 1: Hyaden und Plejaden
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hellsten, V-förmig angeordneten Sterne der Hyaden bilden den Kopf des Stieres. Der Hauptstern des Sternbildes, Aldebaran, befindet sich von der Erde aus gesehen in der Blickrichtung zu den Hyaden, gehört allerdings nicht zu diesem Sternhaufen. Im Fernglas oder Teleskop sind in dem etwa 150 Lichtjahre entfernten Sternhaufen bis zu 350 Sterne auszumachen. Mit 15 Lichtjahren Ausdehnung haben die Hyaden aus irdischer Sicht einen Durchmesser von ungefähr 10 Monddurchmessern am Himmel. Die Plejaden sind mehr als doppelt so weit von uns entfernt wie die Hyaden (ca. 380 Lichtjahre). Die Anordnung der hellsten Sterne dieses Sternhaufens erinnert an die des Sternbildes „Kleiner Wagen” (Kleiner Bär, lat. Ursa minor), weshalb die Plejaden oftmals fälschlich für dieses Sternbild gehalten werden. Der Sternhaufen enthält 500 Sterne, wovon viele im Fernglas oder Teleskop gesehen werden können. Mit einer Winkelausdehnung am Himmel von etwa drei Monddurchmessern sind zur Beobachtung Geräte mit großem Sichtfeld geeignet, um sich einen Gesamteindruck der Plejaden machen zu können. Zwischen den hellsten Sternen befindet sich ein Reflexionsnebel, der unter dunklem Himmel im Fernrohr sichtbar wird.
Abb. 2
Abb. 2: Der Krabbennebel (M1)
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Ein interessantes Beobachtungsobjekt für das Fernrohr stellt auch der offen Sternhaufen NGC 1647 dar. Etwa 50 Sterne kann man in einem 1,5 Monddurchmesser großen Himmelsfeld auffinden. Ein Grad nördlich des Sterns ζ (zeta) Tau stößt man mit dem Teleskop auf ein diffuses Nebelfleckchen, den Supernovaüberrest Messier 1 (M1, auch Krabbennebel genannt). Im April des Jahres 1054 wurde an dieser Stelle des Himmels eine Supernova beobachtet. Die Überreste dieser Sternexplosion sind heute als Nebel schon in kleinen Fernrohren zu sehen. Mit zunehmender Teleskopöffnung zeigt M1 immer mehr Details, dafür ist jedoch dunkler Himmel Voraussetzung. Abbildung 2 zeigt den Versuch, dem visuellen Eindruck des Nebels im Teleskop nahezukommen.
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3. 2. 2012
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