März 2010:
» Der Saturn im Gegenschein zur Sonne «
Unsere Sonne gewinnt diesen Monat rasch an Höhe am Himmel und überschreitet am 20. des Monats um
18:32 Uhr den Himmelsäquator in nördlicher Richtung. Tage und Nächte sind jetzt fast gleich lang. Der
Sternenhimmel zeigt sich ab 19:30 Uhr. Am frühabendlichen Westhimmel leuchtet die weiße Venus in der
Dämmerung knapp über dem Horizont als Abendstern. Im Teleskop zeigt sich das weiße Planetenscheibchen
durch die turbulente horizontnahe Luft sehr verwaschen. Hoch in südlicher Richtung glänzt der orange leuchtende
Mars. Seine Helligkeit nimmt in diesem Monat deutlich ab. Auch im Fernrohr schrumpft sein kleines Scheibchen
weiter und erschwert die Beobachtung von Oberflächendetails.
Der gelblich leuchtende Ringplanet Saturn kommt in der Nacht vom 21. zum 22. des Monats im Sternbild
Jungfrau in den Gegenschein zur Sonne. Damit ist er Planet der ganzen Nacht und besonders gut zu beobachten. Er steht
jetzt der Erde besonders nahe. Das von Saturn reflektierte Licht der Sonne ist aber immer noch knapp 70 Minuten zu uns
unterwegs. Da die Erde im letzten Jahr erst seine Ringebene passiert hat, erwartet den Teleskopbeobachter ein stark
abgeplattetes Planetenscheibchen mit einem schmalen Ring. Die Neigung der Ringebene beträgt 3 Grad, wird aber
über die nächsten Jahre weiter wachsen. Interessant ist es jetzt, die Saturnmonde zu beobachten. Im kleineren
Amateurteleskop können bis zu vier Stück als kleine Lichtpünktchen neben dem Planeten aufgespürt
werden.
An der Wende März/April zeigt der innerste Planet Merkur seine beste Abendsichtbarkeit in diesem Jahr.
Man suche ab Monatsende gegen 21:00 Uhr Sommerzeit tief über dem Westhorizont. Die helle Venus kann dabei helfen,
denn sie steht knapp links oberhalb von Merkur. Der Abendhimmel zeigt zu Beginn der Nacht in südlicher Richtung noch
die herrlichen Wintersternbilder. Das bekannteste ist der Himmelsjäger Orion mit der auffälligen Sternenkette
seines Gürtels. Das Frühjahr kündigt sich am Sternhimmel mit dem Vorrücken der
Frühlingssternbilder Löwe, Bootes (Bärenhüter) und Jungfrau an. Ihre Hauptsterne bilden das
große „Frühlingsdreieck”.
Der
Bonner Sternenhimmel, öffentliche Führungen
der Volkssternwarte Bonn am Teleskop des Argelander-Instituts für Astronomie der Universität Bonn, Auf dem
Hügel 71, findet an den Freitagen, 5. und 19. März, pünktlich um 19:30 Uhr statt. (Nur bei klarem Wetter,
ersatzweise Vortrag.)
Text: Dipl.-Physiker Jörg S. W. Stegert
Redaktion: Dr. Jürgen Wirth