September 2010:
» Die Venus glänzt als Abendstern «
Die Sonne überschreitet am 23. des Monats um 5:09 Uhr den Himmelsäquator in südlicher Richtung. Es
ist astronomischer Herbstanfang, und Tage und Nächte sind jetzt annähernd gleich lang. Der Sternenhimmel
erscheint dem Beobachter nun schon um ca. 21:00 Uhr.
Am südwestlichen Abendhimmel leuchtet die weiße Venus in ihrem größten Glanz. Sie ist
nach Sonne und Mond jetzt das hellste Objekt am Himmel. Da die Venus der Sonne im Tierkreis voranschreitet und sich
schon am südlichen Himmel befindet, erreicht sie trotz ihres großen Sonnenabstandes nur eine geringe
Horizonthöhe. Im Teleskop zeigt das Planetenscheibchen der Venus jetzt eine rasch größer werdende
Sichelgestalt.
Planet der ganzen Nacht ist der Jupiter, der als hellweiß leuchtendes Objekt zu Nachtbeginn im Osten
steht. Im Teleskop bietet sein ovales Planetenscheibchen einen ungewohnten Anblick: zur Zeit ist das südliche
Äquatorband, normalerweise auffällig dunkel, stark verblasst, und so zeigt sich Jupiter statt mit zwei nur
noch mit einem dunklen Band geschmückt. Auffälliger und einfacher zu beobachten ist dadurch der berühmte
„Große Rote Fleck”, ein gigantischer Wirbelsturm, welcher sich ebenfalls auf der südlichen
Planetenhemisphäre befindet.
Der flinke und sonnennächste Planet Merkur bietet in diesem Monat eine Morgensichtbarkeit. Mit einem
Fernglas kann er zwischen dem 20. und 25. des Monats kurz nach 6:00 Uhr tief über dem östlichen Horizont als
kleines Lichtpünktchen aufgespürt werden.
Zu Beginn der Nacht finden sich die Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler hoch im Süden. Zu
fortgeschrittener Nacht rücken dann die Herbststernbilder nach. Angeführt vom Sternbild des Pegasus
gehören noch die Sternbilder Andromeda und Perseus dazu und künden von der kommenden Jahreszeit.