Kleiner Refraktorraum

Auf dem Universitätsgelände in der Poppelsdorfer Allee 47 finden sich drei historische, astronomische Gebäude.

  1. Die unter Leitung von F.W. Argelander erbaute Sternwarte wird vom Institut für Sprach-, Medien- und Musikwissenschaften genutzt.
  2. Den großen Refraktorraum überlässt uns die Universität als Vereinsgebäude.
  3. Der kleine Refraktorraum wird derzeit noch als Abstellmöglichkeit genutzt. Wir möchten den kleinen Refraktorraum seiner alten Bestimmung wieder zugeführen, indem eine Beobachtungsstation darin errichtet werden soll.

Plan-Pop-Allee47-3Der kleine Refraktorraum wurde das erste mal in der Vierteljahresschrift der Astronomischen Gesellschaft, Jg. 67, 1932, erwähnt, wonach:

„5. Der von der Bolivia-Station heimgekehrte Astrograph (30 cm Öffnung, 150 cm Brennweite), wurde freundlicherweise von der Firma Zeiß leihweise für einige weitere Jahre zur Verfügung gestellt. Die der Forschungsgemeinschaft gehörende Montierung des Instruments wurde von dieser ebenfalls uns überlassen. So konnte das Instrument im Sommer 1931 im Garten der Sternwarte in einem dafür errichteten kleinen massiven Steinbau mit abschiebbarem Dach aufgestellt werden. Herr Dechert hat begonnen, mit dem Instrument Aufnahmen zwecks Sternabzählungen in ausgewählten Feldern zu machen.“

(Die Quelle wurde freundlicherweise von Dr. M. Geffert, Argelander Institut für Astronomie, Univ. Bonn zur Verfügung gestellt.)

Somit wurden von diesem Gebäude aus bereits 1931 Beobachtungen durchgeführt. Eine Luftbildaufnahme aus dieser Zeit zeigt, dass bezüglich der Beobachtungsbedingungen ähnliche Voraussetzungen bestanden, auch wenn der Baumbestand nicht so dicht war wie heute.

Plan-PopAllee47-1930-2Den Luftbildern der Stadt Bonn folgend, hat sich die Bebauung nur unwesentlich geändert. Im Vergelich zur ursprünglichen Situation ist jedoch von einer stärkeren Lichtverschmutzung am Standort auszugehen. Wir würden es seitens der Amateurastronomie begrüßen, wenn sich allgemein die Sichtweise durchsetzt, dass sich die Einschränkung der Lichtverschmutzung über die Einsparungen von Stromkosten für die Stadt Bonn erreichen lässt. Bereits die Verringerung der Beleuchtung ließe Erfolge erwarten. So wie einige Verkehrsampeln nachts abgeschaltet werden, ließe sich auch die Beleuchtung in der verkehrsarmen Zeit verringern.

Für die Beobachtung bezieht sich die Einschränkungen bei der Beobachtung in erster Linie auf das Gebiet der „deep-Sky“-Objekte, die an diesem Standort wohl nicht zu beobachten sind. Die Beobachtung der Körper unseres Sonnensystems, Spektroskopie, große veränderliche Sterne oder ähnliche Themen, sollten an diesen Standort in jedem Fall möglich sein. Für die Öffentlichkeitsarbeit und für die Ansprüche einer schulischen Astro-AG eignet sich der Standort durch seine zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit (Bahnhof, Busbahnhof) hervorragend.

Mit einer neuen Nutzungsvereinbarung macht uns die Universität freundlicherweise den kleinen Refraktorraum zugänglich. Der Bau und Liegenschaftsbetrieb-NRW (BLB-NRW) hat bereits die Arbeiten im Zusammenhang mit der allgemeinen Verkehrssicherheit durchgeführt, sodass wir zukünftig auch Besucher in dem Gebäude empfangen. Die Renovierung, z.B. einer neuen Tür und die Innenausstattung werden wir in 2016 in Angriff nehmen.


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