Vortrag am 13.09.2024
Abstract zum Vortrag: „Das historische Planetarium in Franeker“ von Prof. Dr. Uli Klein
Das von Eise Eisinga in der westfriesischen Stadt Franeker erbaute Planetarium ist das älteste funktionsfähige Modell des Sonnensystems und das größte rein mechanische Planetarium weltweit. Nach einer Bauzeit von 7 Jahren wurde es 1781 fertiggestellt. Das Planetarium befindet sich an der Decke von Eisingas Wohnzimmer und wird von einer einzigen Pendeluhr mittels mehrerer Gewichte angetrieben. Es zeigt zum einen die Planetenbewegungen (bis einschließlich des Saturn) in Echtzeit in einem Maßstab von 1:10^9. Außerdem zeigen an der Wand angebrachte Uhren zusätzlich Sonnenauf- und -untergang, sowie Mondauf- und -untergang; die Mondphasen, die Sternzeichen und das Datum an. Franeker ist auch der Geburtsort des weltbekannten Astronomen Jan Oort.
VORTRAG vom 24.03.2023
Abstract zum Vortrag „Kosmische Magnetfelder“ von Herr Dr. Rainer Beck (MPIfR).
Magnetfelder sind allgegenwärtig. Ein starkes Magnetfeld schützt die Erde vor der schädlichen Kosmischen Strahlung von der Sonne. Ohne Magnetfelder gäbe es kein höheres Leben, und auch das übrige Weltall wäre ziemlich langweilig: ohne Sonnenflecken, Sonnenkorona, Pulsare, Quasare und ohne viele andere spannende Phänomene. Die Geburt eines Sterns ist auf die Hilfe von Magnetfeldern angewiesen. Mangels magnetischer Monopole, die Magnetfelder zerstören würden, sind Magnetfelder extrem langlebig. Bereits in der Frühzeit des Universums gab es Magnetfelder, die die Bildung von Milchstraßensystemen unterstützt haben. Diese fossilen Felder wurden dann durch gigantische Dynamos verstärkt.Mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg konnte der Referent erstmals „Magnetkarten“ von Galaxien erstellen. Es gelang der Nachweis, dass Magnetfelder in Spiralgalaxien viel stärker und einflussreicher sind als bisher angenommen. Die neue Generation von Radioteleskopen, LOFAR, MeerKAT und das Square Kilometer Array, wird für die Erforschung der kosmischen Magnetfelder von großer Bedeutung sein.
Vortrag am 22.09.2023
Abstract zum Vortrag : Astropeiler Stockert – Aktuelle Wissenschaft und Ausbildung von Dr. Wolfgang Herrmann.
Der Astropeiler auf dem Stockert bei Bad Münstereifel ist das erste Radioteleskop Deutschlands. Gebaut im Jahr 1956 kann es als Vorläufer von Effelsberg angesehen werden. Abwechselnd wurde es von der Universität Bonn und dem Max-Planck Institut für Radiosastronomie bis zur Stilllegung im Jahr 1995 genutzt.
Nach einer Sanierung und kompletten Modernisierung ist es nun wieder seit dem Jahr 2011 in Betrieb. Der Vortrag gibt einen Überblick über die aktuellen wissenschaftlichen Themen, die mit diesem Instrument heute verfolgt werden. Hierzu zählen insbesondere Fast Radio Bursts, Magnetare und Maser. Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit ist daneben die Ausbildung von Studenten im Rahmen von Praktika sowie Master- und Bachelorarbeiten. Ebenso werden Praktika für Schulen angeboten, um das Interesse für MINT Fächer zu fördern.
Das Observatorium wird auf rein ehrenamtlicher Basis betrieben. Der Vortrag wird darlegen, welche Herausforderungen, aber auch Chancen sich daraus ergeben.
Vortrag am 13.09.2024
Abstract zum Vortrag: „Das historische Planetarium in Franeker“ von Prof. Dr. Uli Klein
Das von Eise Eisinga in der westfriesischen Stadt Franeker erbaute Planetarium ist das älteste funktionsfähige Modell des Sonnensystems und das größte rein mechanische Planetarium weltweit. Nach einer Bauzeit von 7 Jahren wurde es 1781 fertiggestellt. Das Planetarium befindet sich an der Decke von Eisingas Wohnzimmer und wird von einer einzigen Pendeluhr mittels mehrerer Gewichte angetrieben. Es zeigt zum einen die Planetenbewegungen (bis einschließlich des Saturn) in Echtzeit in einem Maßstab von 1:10^9. Außerdem zeigen an der Wand angebrachte Uhren zusätzlich Sonnenauf- und -untergang, sowie Mondauf- und -untergang; die Mondphasen, die Sternzeichen und das Datum an. Franeker ist auch der Geburtsort des weltbekannten Astronomen Jan Oort.
Vortrag am 27.11.20205
Abstract zum Vortrag: „Astronomers for Planet Earth“ von Dr. Jürgen Kerp
„Wir sind alle Raumfahrer, Astronauten, Kosmonauten, Taikonauten oder wie auch immer wir uns selbst bezeichnen möchten. Wir allesamt sind Insassen eines Raumschiffs, ohne Basisstation, ohne rettenden Zufluchtsort. Allein, in der Unendlichkeit des Weltraums im hier und jetzt. Unser Raumschiff Erde umläuft seit rund 4,5 Milliarden Jahren einen Stern. Diese Umlaufbahn alleine ist aber nicht ausreichend, um erdähnliches Leben zu garantieren. Venus und Mars weisen vergleichbare Umlaufbahnen auf, beide sind jedoch unbewohnbar für uns. Es ist ein sehr schmaler Temperaturbereich, der für das menschliche Leben als lebenswert erachtet wird. Denken Sie nur einmal an Ihre Heizkosten im Winter. Wären Sie temperaturtoleranter, bräuchten Sie keine Heizung im Haus, keine Kuscheldecke, keine warmen Socken. Aktuell wird durch uns das große Thermostat auf dem Raumschiff Erde stark verdreht; es wird wärmer und wärmer. Die Bedingungen für unser Leben verändern sich lokal, aber auch global. Global ist das Problem! Uns, die wir an der Astronomie interessiert sind, ist ebenso wie richtigen Raumfahrern klar: es gibt keinen weiteren, erreichbaren Planeten, der erdähnliches Leben erlaubt.
Dies ist die Mission der Astronomers for Planet Earth. Zu verstehen warum wir, hier und heute, ab sofort in der Pflicht sind, für Die zu sorgen, die nach uns kommen werden. Mit Klugheit, Wissen und dem festen Willen, ein funktionsfähiges, lebenswertes Raumschiff an die nächste Crew zu übergeben!“
Vortrag vom 23.04.2026
Abstract zum Vortrag: „Radioteleskope der Welt“ von Dr. Norbert Junkes
Seit knapp 100 Jahren beobachten wir das Universum im Radiowellenbereich. Das Instrument, mit dem Karl Jansky im Jahr 1932 erstmals Radiostrahlung kosmischen Ursprungs nachweisen konnte, stellt das erste Radioteleskop überhaupt dar.
Seitdem ist eine Vielzahl neuer und immer empfindlicherer Radioteleskope in Betrieb genommen worden. Von großen Einzelinstrumenten wie dem 100-m-Radioteleskop bei Bad Münstereifel-Effelsberg bis hin zu Netzwerken aus Radioteleskopen, sogenannten Interferometern, die sich zu einem virtuellen Teleskop von der Größe der Erde zusammenschalten lassen. Die Leistungsfähigkeit steigt noch einmal erheblich, wenn sich Antennen im Weltraum mit den erdgebundenen Netzwerken verbinden lassen.
Das im Bau befindliche SKA-Observatorium mit Stationen in Westaustralien und im südlichen Afrika bildet als Technologie-Projekt in internationaler Zusammenarbeit den derzeitigen Höhepunkt in der Entwicklung von Radioteleskopen.
Vortrag am 28.05.2026
Abstract zum Vortrag: „Die Milchstraße in neuem Licht“ von Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar
Während das Licht der Städte uns kaum mehr einen ungestörten Blick auf das Himmelphänomen „Milchstraße“ erlaubt, wurde in den letzten Jahren der Aufbau unserer Heimatgalaxie durch zahlreiche neue Teleskope und Satelliten in vielen Wellenlängenbereichen neu erfasst. Dazu werden sowohl Satelliten eingesetzt, die elektromagnetische Strahlung bei höchsten Energien wie z.B. Gamma-Strahlung nachweisen können, als auch Teleskope, die den interstellaren Staub im Infrarotbereich durchdringen können. Ebenso tragen hochaufgelöste Karten des Himmels im Radio-„Licht“ zu Überraschungen bei der Erforschung der Milchstraßengalaxie bei. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf die Struktur unserer Galaxis sowie auf ihre Entstehung und Entwicklung.
Vortrag am 25.06.2026
Abstract zum Vortrag: „Radioastronomie – Das Universum in langen Wellenlängen“ von Josephine Benna, M.Sc., MPIfR Bonn
Die Geburtsstunde der Radioastronomie liegt irgendwo in den frühen 1930ern. Ob es die erste direkte, wenn auch zufällige, Beobachtung von Radiostrahlung Anfang der 30er durch Karl Jansky sei, oder die Veröffentlichung dieser Entdeckung auf einer Konferenz im April 1933, ab Ende der 30er war die Radioastronomie fest in der Wissenschaft angekommen. In den fast 100 Jahren, die seitdem vergangen sind, hat die Radioastronomie einige der bedeutendsten Erkenntnisse der modernen Astronomie hervorgebracht. Die Entdeckung der kosmischen Mikrowellenstrahlung, die 21-cm-Linie, und das Bild des Schatten eines Schwarzen Lochs, um nur ein paar zu nennen.
Aber was ist eigentlich Radioastronomie? Wie funktionieren radioastronomische Beobachtungen? Was macht ein Radioastronom den ganzen Tag? Und warum ist Radioastronomie, und Astronomie generell, so relevant? Sowohl in der Wissenschaft, als auch im Allgemeinen?
All diesen Fragen und mehr nimmt sich dieser Vortrag an, und versucht, sie so gut wie möglich zu beantworten.
Vortrag am 17.09.2026
Abstract zum Vortrag: „Pulsare und Gravitationswellen“ von M. Sc. Kathrin Grunthal
Vor zehn Jahren wurden zum ersten Mal in unserer Geschichte Gravitationswellen direkt gemessen – 100 Jahre nach deren Vorhersage durch Albert Einstein. Inzwischen hat sich die Gravitationswellenforschung zu einem der aktivsten Zweige der modernen Physik und Astronomie entwickelt, der unser Verständnis von unserem Universum seither auf unvergleichbare Weise prägt.
Eine dieser Nachweismöglichkeiten hat ihre Ursprünge in der Radioastronomie: Das Pulsar Timing erlaubt uns, mithilfe eines galaktischen Netzwerkes aus Pulsaren auf die Jagd nach niederfrequenten Gravitationswellen zu gehen.