Am 28. März ist Astronomietag! [March 28 is Astronomy Day!]

Die Volkssternwarte Bonn, das Argelander-Institut für Astronomie und das Max-Planck-Institut für Radioastronomie schließen sich zusammen, um am 28. März 2026 mit Interessierten jeden Alters den Tag der Astronomie zu feiern!

Von 14:00 bis 19:00 Uhr werden im Hörsaal des Argelander-Instituts (Auf dem Hügel 71, 53121 Bonn-Endenich) allgemeinverständliche Vorträge angeboten – zwei davon auf Englisch. Diese reichen von aktuellen Forschungsfragen über eine Live-Beobachtung mit dem 100-Meter-Radioteleskop in Effelsberg bis hin zum leichten Einstieg in die eigene Astrofotografie. Eine Liste aller Vorträge wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Bei gutem Wetter finden gemeinsame Beobachtungen direkt vor dem Institut statt: Erst wird die Sonne beobachtet, dann der Mond, Planeten und weitere spannende Objekte. Für kleine Astrofreundinnen und -freunde gibt es eine Mal- und Bastelecke.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei. Der Beobachtungsplatz vor dem Institut ist ebenerdig und der Hörsaal kann über eine Rampe erreicht werden. Wir freuen uns auf Euch!

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The Volkssternwarte Bonn, the Argelander Institute for Astronomy, and the Max Planck Institute for Radio Astronomy are joining forces to celebrate Astronomy Day on March 28, 2026, with interested people of all ages!

From 2:00 p.m. to 7:00 p.m., easily understandable talks – two of them in English – will be held in the lecture hall of the Argelander Institute (Auf dem Hügel 71, 53121 Bonn-Endenich). These range from current research topics to a live observation using the 100-meter radio telescope in Effelsberg, and even an easy introduction to astrophotography. A list of all talks will be published in the coming days.

If the weather is good, group observations will take place right in front of the institute: first the Sun will be observed, then the Moon, planets, and other exciting objects. For young astronomy enthusiasts, there will be a drawing and craft corner.

No registration is required. Admission is free. The observing area in front of the institute is at ground level, and the lecture hall can be accessed via a ramp. We look forward to seeing you!

Auf den Spuren der alten Seefahrer

Astronavigationskurs 2026
Ein Einblick in die astronomische Navigation mit praktischen Übungen

Beide Termine bilden zusammen einen Kurs
am 14. + 15. März 2026 und 21. + 22. März 2026
jeweils 10.00 bis ca. 16.00 Uhr
im Refraktorium der Volkssternwarte Bonn, Poppelsdorfer Allee 47, Bonn

Veranstalter sind:

Bonner Segelgemeinschaft e.V.
Mitglied im Deutschen Seglerverband

Volkssternwarte Bonn e.V.

 

 

 

Wir begeben uns zunächst auf eine Reise mit den alten Seefahrern und lernen ihre oftmals einfachen, aber effektiven Navigationsmethoden kennen, mit denen sie weit entfernte und manchmal noch unbekannte Ziele erreichten und vor allem, auch wieder nach Hause fanden. Bereits damals kannten Kolumbus, Magellan & Co. auch Verfahren der astronomischen Navigation, die wir heute noch anwenden.

Die astronomische Navigation ist heute vom Navigationssystem GPS und anderen elektronischen Verfahren verdrängt worden. Astronavigation ist aber auch heute noch ein zuverlässiges Navigationsverfahren bei Ausfall der Elektronik an Bord (Blitzeinschlag). Und Spaß macht es auch, sich mit diesem interessanten Teil der praktischen Astronomie zu beschäftigen.

Wie können wir mit Hilfe ausgewählter Himmelskörper ohne Computer unsere Position feststellen? Die Beantwortung dieser Frage und der Umgang mit Sextanten sind das Ziel dieses Kurses.

Eine  Teilnahme an diesem Seminar ist ausschließlich mit vorheriger Anmeldung  (internet@volkssternwarte-bonn.de) möglich.

Eine kurzfristige Anmeldung bis Ende der Woche ist noch möglich.

 

Astrovorschau für Bonn (März/April 2026) von Paul Hombach

Venus baut ihre Rolle als Abendstern aus. Jupiter bleibt ein strahlendes Objekt am Abendhimmel. Merkur, Mars und Saturn sind den Blicken entzogen.

Am 20. März ist kalendarischer Frühlingsanfang, die Tag- und Nachtgleiche tritt ein, wenngleich unter Berücksichtigung des Sonnendurchmessers und der Wirkung der Erdatmosphäre der Gleichstand zwischen Sonne über und unter dem Horizont bereits am 17. März eintritt, dem »Equilux-Tag«. Die Umstellung auf Sommerzeit, bei der die Uhren um eine Stunde auf MESZ vorgestellt werden, erfolgt am Sonntag, den 29. März. Als Folge der immer heller werdenden Abende tritt der Wintersternhimmel seinen Rückzug an.

Zunächst gibt sich der Abendhimmel im März noch winterlich. Das Wintersechseck, bestehend aus Rigel im Orion, Aldebaran im Stier, Kapella im Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen (die Besuch durch den hellen Jupiter haben), Prokyon im Kleinen und Sirius im Großen Hund stehen Anfang März um 20:00 Uhr MEZ im Süden, Anfang April sind sie um 21:00 Uhr MESZ nach Südwesten gerückt. Ende April sind nur noch die nördlichen Wintersternbilder Fuhrmann, Zwillinge und sogar noch der Kleine Hund abends im Westen zu finden. Charakteristisches Sternbild für den jetzt den Abendanblick übernehmenden Frühlingshimmel ist das Bonner Wappentier, der Löwe. Der steht Mitte März gegen 23:00 Uhr MEZ, und Mitte April 22:00 Uhr MESZ hoch im Süden. Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau bilden das sogenannte Frühlingsdreieck. Zwischen Löwe und Zwillinge, sozusagen an der Nahtstelle zwischen Winter und Frühling, beherbergt das unscheinbare Sternbild Krebs in seiner Mitte mit M44 einen im Fernglas sehenswerten offenen Sternhaufen. Unterhalb des Krebses ist der wenig auffällige Kopf der Wasserschlange, die sich von dort in südöstlicher Richtung unterhalb des Löwen entlang windet. Der auffälligste Stern dort ist mit einer Helligkeit von zwei Größenklassen Alphard (α Hya), der rund 23 Grad (entspricht etwas mehr als der gespreizten Hand mit ausgestrecktem Arm) unterhalb von Regulus jetzt gut zu finden ist. Derweil nähert sich der »Große Wagen«, Teil des Sternbildes Großer Bär (bzw. Bärin), dem Zenit.

Der Bonner Nachthimmel am 1. April 2026 um kurz nach 21 Uhr Sommerzeit zeigt sich zweigeteilt: Im Südwesten stehen die Wintersternbilder rund um den Orion, die östliche Hemisphäre wird von den Frühlingssternbildern mit dem Löwen dominiert. Venus steht als Abendstern knapp über dem Westhorizont, während Jupiter noch hoch in den Zwillingen leuchtet. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur bleibt für Beobachter in mittleren und nördlichen Breiten unsichtbar. Trotz großen Winkelabstandes ist die Lage der Ekliptik am Morgenhimmel ungünstig. Deshalb bleibt auch die ungewöhnliche Gruppierung mit Mars und Saturn am 20. April, bei der die drei Planeten in einem Kreis von weniger als zwei Grad Durchmesser stehen (kurioserweise in der Nordwestecke des Sternbilds Walfisch, das an die Ekliptik grenzt), Beobachtern in Äquatornähe oder auf der Südhalbkugel vorbehalten. Venus baut ihre Rolle als Abendstern kräftig aus. Während sie am 1. März nur gut eine Stunde nach der Sonne hinter dem Horizont verschwindet, geht sie Ende April für Bonn erst um 23:28 Uhr MESZ unter, über zweieinhalb Stunden nach der Sonne. Sie steht dann zwischen Plejaden und Hyaden im Sternbild Stier, im sogenannten »goldenen Tor der Ekliptik«. Am 23. April überholt der Abendstern Uranus, der sich zu dieser Zeit vom Abendhimmel verabschiedet, wo er zuvor wenige Grad unterhalb der Plejaden noch ein leichtes Objekt für das Fernglas war. Die Bewegung des Uranus, so beschaulich sie sein mag, ist anhand der Sterne 13 und 14 Tau (mit denen er am 20. März ein Dreieck bildet) schön zu verfolgen.

Begegnung in der Abenddämmerung: Am Abend des 23. April (hier um 21:20 MESZ) ist die helle Venus weniger als ein Grad westlich des ungleich schwächeren Uranus zu sehen, beide stehen wiederum in der Nähe der Plejaden. Für Uranus ist ein Fernglas erforderlich. Grafik erstellt mit Stellarium

Mars kehrt nach seiner Konjunktion mit der Sonne im Januar noch nicht wieder auf die Himmelsbühne zurück. Jupiter ist weiter auffälliger Glanzpunkt am Abendhimmel. Am 1. April steht er um 20:00 Uhr MESZ (praktisch bei Sonnenuntergang) im Meridian. Selbst Ende April geht er erst nach zwei Uhr nachts unter. Seine nördliche Stellung in den Zwillingen hält ihn bis weit ins Frühjahr hinein beobachtungstechnisch im Rennen. Zu den Schmankerln für Teleskopbeobachter gehören die Durchgänge und Schattenwürfe seiner hellsten Monde. Herausragend sind hier die jeweils dreifachen Ereignisse an den Abenden des 17. und 26. März zu nennen, die sich übrigens schön mit dem kostenfreien Programm WinJUPOS darstellen lassen. Saturn steht am 25. März in Konjunktion und ist unbeobachtbar, gleiches gilt für Neptun (Konjunktion 22. März). Bei Saturn kann man mit einem guten Fernglas noch versuchen, die Begegnung mit der hellen Venus am Abend des 8. März zu verfolgen, der bleiche Ringplanet steht nur ein Grad südöstlich.

Der zunehmende Mond bei Jupiter, Kastor und Pollux am Abend des 26. März, hier um 20:20 Uhr MEZ. Einen ähnlichen Mondbesuch in den Zwilingen gibt es am Abend des 22. April.

Vollmond ist am 3. März, Neumond am 19. Schon am 20. taucht die schmale Mondsichel wieder in der Abenddämmerung oberhalb der Venus auf. Am 26. ist der Mond zwischen Jupiter sowie Kastor und Pollux in den Zwillingen zu finden. Der erste Frühlingsvollmond ist am 2. April zu sehen, der folgende 5. April ist Ostersonntag. Nach dem Neumond am 17. April begegnet die Mondsichel am Abend des 19. April einmal mehr den Plejaden. Am 22. April stehen wieder Jupiter, Kastor und Pollux auf dem lunaren Besuchsprogramm.

Viel Spaß beim Beobachten!

Astrovorschau für Bonn (Januar/Februar 2026) von Paul Hombach

Jupiter steht am 10. Januar in Opposition und ist der Glanzpunkt am Winterhimmel. Saturn zieht sich vom Abendhimmel zurück, während Merkur sich im Februar in der Abenddämmerung zeigt. Venus und Mars stehen aus Erdsicht unbeobachtbar hinter der Sonne am Taghimmel, allerdings taucht Venus Ende Februar langsam als Abendstern auf.

Die dunkelsten Nächte des Winters liegen hinter uns, die Tageslänge legt von acht Stunden drei Minuten (8:34 Uhr bis 16:37 Uhr MEZ) an Neujahr auf 10 Stunden 53 Minuten (Sonne von 7:18 Uhr bis 18:11 Uhr über dem Bonner Horizont) zu. Am 1. Februar steht die Sonne um 12:45 Uhr MEZ 22,3 Grad hoch im Süden. Noch sind die Nächte lang genug, um das gesamte Panorama des Sternhimmels von den Herbstkonstellationen abends im Westen bis zu den sommerlichen Sternbildern morgens im Osten zu bewundern. Bis weit in den Januar hinein lässt sich abends sogar noch das Sommerdreieck mit Einbruch der Dunkelheit über dem Nordwesthorizont finden. Nach einer nächtlichen Pause wird es ab 6:00 Uhr MEZ im Nordosten wieder komplett aufgegangen sein. Der winterliche Abendhimmel bietet ebenfalls noch einen Blick auf das Herbstviereck des Pegasus, während vor allem die Wintersternbilder dominieren – mit der informellen Figur des Wintersechsecks, bestehend aus Rigel im Orion, Aldebaran im Stier, Kapella im Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen, Prokyon im Kleinen und Sirius im Großen Hund. Dieses Ensemble, verstärkt durch den hellen Jupiter in den Zwillingen, steht Mitte Januar um zirka 22:30 Uhr, Mitte Februar gegen 20:30 Uhr MEZ mittig im Süden. Schon in den späten Abendstunden betritt mit dem Löwen ein klassisches Frühlingssternbild die Himmelsbühne und der Große Bär ist im Nordosten auf dem Sprung in große Höhen. Gegen Ende der Nacht prangt das aus Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arktur im Bärenhüter bestehende Großmuster des Frühlingsdreiecks im Süden, untrügliche Vorboten milderer Zeiten.

Der Bonner Nachthimmel am 1. Februar 2026 um 20:00 Uhr MEZ präsentiert sich zweigeteilt. Im hohen Süden bis in den Westen sind noch die Bilder des Herbsthimmels rund um Perseus und Pegasus zu sehen. Die blassen Fische erhalten Verstärkung durch Saturn. Im Südosten schicken sich die Wintersternbilder rund um den markanten Orion an, den Meridian zu erreichen. Während der helle Jupiter kurz nach seiner Opposition in den Zwillingen strahlt, leuchtet der Vollmond im Krebs. Im Osten geht der Löwe auf. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur zeigt im Februar eine passable Abendsichtbarkeit, obwohl der maximale Sonnenabstand des flinken Gesellen mit nur 18 Grad am 19. Februar besonders knauserig ausfällt. Das Beobachten von Merkur kann etwa ab dem 8. Februar einige Minuten nach 18 Uhr mit dem Fernglas versucht werden. Er hat zwar erst dreizehn Grad Sonnendistanz, steht aber steil oberhalb der Sonne und ist nur wenig schwächer als Sirius. Die besten Aussichten, den innersten Planeten mit bloßem Auge über dem westlichen Bonner Horizont zu erspähen, bestehen zwischen dem 13. und 20. Februar, jeweils gegen 18:30 Uhr MEZ für einige Minuten. Am Abend des 18. Februar schaut die superschmale neue Mondsichel vorbei. Sie steht zwischen Merkur und Venus, die noch knapper über dem Horizont steht. Venus befindet sich am 6. Januar nämlich in oberer Konjunktion mit der Sonne und ist somit den Blicken entzogen. Erst ab Mitte Februar kehrt sie langsam an den Abendhimmel zurück. Wenn Venus am 26/27. Februar südöstlich an Merkur vorbei zieht, ist dieser bereits nur noch mühsam mit dem Fernglas zu finden und beendet sein Abendgastspiel, das für Venus dann erst richtig beginnen wird.

Begegnung in der Abenddämmerung: Am Abend des 18. Februar steht die neue Mondsichel (hier 2x vergrößert) zwischen der horizontnahen Venus und Merkur. Einen Abend später wird die Mondsichel zwischen Merkur und Saturn stehen. Blick nach Westen um 18:30 Uhr MEZ. Grafik erstellt mit Stellarium

Mars hat lange Wochen und sogar Monate der Nichtsichtbarkeit hinter sich, wenn er endlich am 9. Januar von der Sonne eingeholt wird. Nach dieser Konjunktion wird es weitere Monate bis zum Sommer dauern, bevor er wieder am Morgenhimmel auftaucht. 2026 ist nicht wirklich ein Mars-Jahr! Jupiter ist der unbestrittene Star des Nachthimmels. Am 10. Januar steht er in Opposition zur Sonne und verbringt dank seiner nördlichen Position im Sternbild Zwillinge 16 Stunden und fünf Minuten über dem Bonner Horizont. Zahlreich sind die Ereignisse, an denen seine vier hellsten Monde beteiligt sind – Schattenwürfe, Durchgänge, Bedeckungen, Verfinsterungen. Am Abend des 7. und 9. Januar bedeckt Io zum Beispiel während ihres Transits den eigenen Schatten. Die Monde kommen sich auch untereinander perspektivisch näher – im zweiten Halbjahr 2026 wird es zu einer Serie gegenseitiger Bedeckungen und Verfinsterungen der Monde kommen, da wir dann senkrecht auf den Jupiteräquator schauen.

Saturn zieht sich langsam vom Abendhimmel zurück und rutscht in diesen Wochen allabendlich ein wenig tiefer zum Horizont, wenn er in der Abenddämmerung erscheint. Bevor er unsichtbar wird – am 25. März wird er in Konjunktion mit der Sonne stehen – kommt es zwischen dem 15. und 20. Februar zur dritten und vorerst letzten Begegnung mit Neptun im Rahmen einer seltenen Dreifachkonjunktion. Saturn zieht rund ein Grad südöstlich des blassen Neptun vorbei. Das Ereignis ist schwierig und nur mit ausreichend lichtstarker Optik zu verfolgen. An den Abenden des 9. und 25. Januar wird noch einmal der Saturnmond Titan vor seinem Mutterplaneten her ziehen, was nur teleskopisch und mit höheren Vergrößerungen bei guten Sichtbedingungen zu erspähen sein wird. Uranus schließlich ist weiterhin nur rund fünf Grad südlich der Plejaden mit jedem Fernglas einfach zu finden. Er bewegt sich noch bis zum 4. Februar ein Stückchen nach Westen („nach rechts“) von den etwa gleich hellen Sternen 14 und 13 Tauri weg, danach wieder auf sie zu, weswegen man die Bewegung des eigentlich langsamen Planeten in diesen Wochen ganz gut verfolgen kann.

Durchgang Titans vor Saturn am Abend des 9. Januar. Um 18:10 Uhr MEZ ist Titan gerade fast vollständig vor Saturn eingetreten, der zu diesem Zeitpunkt noch 24 Grad hoch im Südsüdwesten steht. Der Transit am 25. Januar ist schwieriger zu sehen, da dann Saturn schon tiefer steht. Damit endet die Transit-Serie Titans – bis zur nächsten Ringkanten-Saison Saturns 2038/39. Grafik erstellt mit WinJUPOS

Der Vollmond am 3. Januar steht noch einmal sehr hoch am Nachthimmel, schließlich liegt die große Mondwende (Extrempositionen des Mondes) erst knapp ein Jahr zurück. Ein weiterer Vollmond fällt auf den 1. Februar. Neumonde stehen für den 18. Januar und 17. Februar im Kalender. Jeweils am 20. Januar sowie am 18. Februar (siehe oben) besteht die Chance, sehr schmale zunehmende Mondsicheln in der Abenddämmerung über dem Südwesthorizont zu finden. Am späten Abend des 27. Januar wird der Mond noch einmal vor einigen Plejadensternen her ziehen.

Für das neue Jahr 2026 (ein gerades ohne Schalttag) wünschen Paul Hombach als Verfasser und die Volkssternwarte Bonn allen Leserinnen und Lesern Glück, Gesundheit und viel Freude mit der Astronomie!

Montagsvortrag am 26. Januar 2026: „Wissenschaftlerinnen greifen nach den Sternen“

26. Januar 2026

Wissenschaftlerinnen greifen nach den Sternen

Dr. Norbert Junkes

 

Seit historischer Zeit wurden eine Reihe wichtiger astronomischer Projekte in der Astronomie von Frauen durchgeführt.

Der Vortrag stellt eine Reihe von Frauen in der Astronomie vor und beleuchtet ihre Rolle in der Forschung von historischer Zeit bis heute.

Im Jahr 2020 wurde mit Andrea Ghez zum ersten Mal eine Astrophysikerin mit dem Physiknobelpreis ausgezeichnet.

 

 

 

Dr. Norbert Junkes hat von 1979 bis 1986 an der Universität Bonn Physik und Astronomie studiert und dann 1989 am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) im Fach Astronomie promoviert.

Nach wissenschaftlicher Tätigkeit in Australien, in Kiel und in Potsdam arbeitet er seit Februar 1998 am MPIfR im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Dr. Norbert Junkes war von September 2008 bis September 2014 Vorstandsmitglied der Astronomischen Gesellschaft.

 

 

 

 

 

Die Teilnehmerzahl ist limitiert. Anmeldung zum Vortrag ausschließlich über den Anmeldebutton oben. Der Eintritt beträgt 4,- € und ist für Mitglieder der Volkssternwarte Bonn kostenlos.

Wir halten Ihnen dann Ihren Platz bis 18:50 Uhr frei. Bis dahin nicht belegte Plätze werden danach an der Abendkasse vergeben.

Montagsvortrag am 24. November 2025 „Entdeckungsgeschichten in der Astronomie“

24. November 2025

Entdeckungsgeschichten in der Astronomie

Dr. Michael Geffert

(Quelle: NASA/FUSE/Lynette Cook)

Der Wunsch am Sternhimmel etwas Neues zu entdecken, hat Astronominnen und Astronomen zu jeder Zeit zu großen Anstrengungen motiviert. Die Historie der Astronomie ist voll von wunderbaren, aber manchmal auch skurrilen Entdeckungen wie zum Beispiel der Entdeckung eines kolossalen Kunstwerks auf dem Mond.

In dem Vortrag wird über einige der Entdeckungsgeschichten berichtet.

 

 

 

Dr. Michael Geffert arbeitete an der Bonner Universität als Astronom und betreute dort die „Sammlung historischer Himmelsaufnahmen“.

Er entdeckte am Observatorium Hoher List fünf Asteroiden und einige veränderliche Sterne.

Er leitet heute das Birtzberg Observatorium – ein virtuelles Observatorium für wissenschaftliche Auswertung historischer Fotoplatten, interdisziplinäre Astronomieprojekte und Bildungsveranstaltungen.

 

Die Teilnehmerzahl ist limitiert. Anmeldung zum Vortrag ausschließlich über diese Anmeldeseite. Der Eintritt beträgt 4,- € und ist für Mitglieder der Volkssternwarte Bonn kostenlos.

Astrovorschau für Bonn (November/Dezember 2025) von Paul Hombach

Venus zieht sich vom Morgenhimmel zurück, an dem Merkur ein kurzes Gastspiel gibt. Jupiter erscheint schon in den Abendstunden im Nordosten, Saturn hält sich mit ultraschmalem Ring am Abendhimmel. Am 21. Dezember ist kalendarischer Winteranfang.

Die Sonne durchläuft am 21. Dezember an den südlichsten Punkt ihrer Jahresbahn – die Wintersonnenwende ist zugleich der kalendarische Winteranfang. Der Sonne bleibt wenig Zeit, den Bonner Himmel zu erhellen: Am 1. November steht sie von 7:23 Uhr bis 17:06 Uhr MEZ über dem Horizont, am kürzesten Tag des Jahres, dem 21. Dezember, von 8:31 Uhr bis 16:28 Uhr MEZ. Die Zeit der langen Nächte bietet das komplette Panorama von den Resten des Sommerhimmels am Abendhimmel im Westen bis zu den Frühlingssternbildern am Morgen im Osten.

Mit dem frühen Einsetzen der Dunkelheit ist noch das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair, den Hauptsternen der Leier, des Schwans und des Adlers, erstaunlich gut zu sehen: Anfang November im Südwesten, bis Jahresende noch im Westen. Ansonsten ist der Abendhimmel herbstlich. Das geflügelte Pferd Pegasus, alias Herbstviereck, ist umgeben von den Figuren der Sage um Perseus und Andromeda. Die royalen Eltern der beinahe dem Ungeheuer Cetus (Walfisch) geopferten Prinzessin – Kassiopeia (das Himmels-W) und Kepheus – stehen hoch am Himmel. Nach Osten schließt sich mit dem Fuhrmann ein klassisches Sternbild des Winterhimmels an. Zwischen Fuhrmann und Schwan lädt in dunklen Nächten das schimmernde Band der nördlichen Milchstraße zum Fernglasspaziergang ein, zahlreiche bekannte offene Sternhaufen liegen entlang der Route.

Im Laufe des Abends übernehmen die Wintersternbilder die Regie. Orion & Co erscheinen im ersten Novemberdrittel gemeinsam mit dem glänzenden Jupiter am östlichen Abendhimmel, werden aber erst gegen Mitternacht inklusive Sirius komplett sein. Das vollständige Wintersechseck, bestehend aus Pollux in den Zwillingen, Capella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen und Prokyon Kleinen Hund ist Mitte Dezember gegen 23 Uhr MEZ unübersehbar im Südosten vertreten.

Den Morgenhimmel zieren die Frühlingsboten. Der Löwe schafft es zum Monatswechsel um 6:00 Uhr MEZ bereits in den Meridian, die Jungfrau nimmt den Südosten ein. Im Osten haben sich Arktur im Bärenhüter sowie die Nördlich Krone zurückgemeldet. Nach neuesten Erkenntnissen ist der an dieser Stelle so oft erwähnte bevorstehende Ausbruch der Nova T CrB auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der Anblick des Bonner Nachthimmels am 1. Dezember um 20:00 Uhr MEZ. Während sich im Westen das Sommerdreieck hält, dominieren im Süden die Herbststernbilder rund um das „Herbstviereck“ des Pegasus. Saturn zwischen Wassermann und Fischen hat soeben den Meridian passiert, der zunehmende Mond leuchtet in den Fischen. Im Nordosten ist Jupiter in den Zwillingen aufgegangen. Mit ihm zieht der Wintersternhimmel herauf. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur bietet Anfang Dezember die zweite Chance, am Morgenhimmel gefunden zu werden. Mit dem Fernglas kann man bereits in den letzten Novembertagen bei guter Sicht etwa eine Dreiviertelstunde vor Sonnenaufgang mit dem Fernglas über dem Südosthorizont nach ihm suchen. Ab dem 1. Dezember ist Merkur hell genug, um eine Beobachtung mit freiem Auge zu schaffen. Den größten Winkelabstand zur Sonne erreicht der kleine Planet schon am 7. Dezember, auch wenn dieser mit 18,5 Grad eher bescheiden ausfällt. Dennoch lässt sich Merkur noch bis kurz vor Weihnachten in der Morgendämmerung erspähen. Venus zieht sich im November vom Morgenhimmel zurück. Während sie Anfang November noch rund anderthalb Stunden vor der Sonne aufgeht, sind es am 1. Dezember weniger als 50 Minuten. Damit verabschiedet sich unser innerer Nachbarplanet für die nächsten Wochen als Beobachtungsobjekt. Am 6. Januar wird die Venus in oberer Konjunktion mit der Sonne stehen.

Blick an den südöstlichen Morgenhimmel am 1. Dezember 2025 um 7:35 Uhr MEZ: Soeben ist Venus aufgegangen, während der „Ersatzmorgenstern“ Merkur in der Dämmerung verblasst. Grafik erstellt mit Stellarium

Mars wird im Januar 2026 in Konjunktion mit der Sonne stehen und bleibt daher unbeobachtbar. Jupiter im Sternbild Zwillinge ist zum Planeten der ganzen Nacht geworden. Mitte November geht er um 20:42 Uhr MEZ auf, einen Monat später bereits um 18:33 Uhr MEZ – die Opposition Jupiters, die am 10. Januar eintreten wird, ist nicht mehr fern. Das zeigt sich auch an der zunehmende Helligkeit des Riesenplaneten, der mit seinem Glanz den ohnehin funkelnden Wintersternhimmel aufpoliert. Saturn ist günstig am Abendhimmel platziert. Mitte November geht er für Bonn um 20:38 Uhr MEZ durch den Meridian (übrigens ist Saturn eine schöne Aufsuchhilfe für den hellen, aber südlichen Stern Fomalhaut, der sich rund 27 Grad rechts unterhalb zeigt). Das Highlight im Teleskop ist der zu einem ultrafeinen Strich gewordene Saturnring, der am 24. November von der Erde aus unter dem minimalen Winkel von 0,37 Grad zu sehen ist. Knifflig sind die Durchgänge des Saturnmondes Titan vor seinem Mutterplaneten teleskopisch zu beobachten. Sie finden jeweils in den Abendstunden des 6. und 22. November, 8. und 24. Dezember statt. Bis zum Jahresende verlagern sich die Saturnuntergänge in die Zeit vor Mitternacht. Am 29. November sowie am zweiten Weihnachtstag schaut abends der zunehmende Mond beim Herren der superschmalen Ringe vorbei.

Uranus im Sternbild Stier steht am 21. November in Opposition zur Sonne und ist theoretisch mit einer Helligkeit von 5,6 Größenklassen in Reichweite für das bloße Auge – vor allem zur Neumondzeit (siehe unten). Mit dem Fernglas ist er leicht zu finden, nur vier Grad südlich des offenen Sternhaufens der Plejaden. Neptun steht, zumindest aus Erdsicht, momentan in der Nähe Saturns. Es gelten für den blassen Planeten im Südteil der Fische somit ähnliche Sichtbarkeitszeiten wie für seinen beringten Kollegen südlich der Sternbildgrenze im Wassermann. Ein gutes Fernglas ist zur Beobachtung des nur gut acht Magnituden hellen Planeten Pflicht.

Sternkarte mit den gemeinsamen Bahnen von Saturn und Neptun im Grenzgebiet Fische / Wassermann zwischen dem 1. November 2025 und dem 1. März 2026. Zum Vergleich: Die Helligkeit der Feldsterne 27 und 29 Psc liegt um die 5. Größenklasse. Grafik erstellt mit Stellarium

Am 5. November ist Vollmond. Da dieser praktisch mit der Erdnähe unseres Trabanten zusammenfällt, wird er etwas größer aussehen als im Durchschnitt. In den Medien wird erwartbar wieder von einem „Supermond“ ventiliert werden. Neumond ist am 20. November. Der Vollmond des 5. Dezember, zweitgrößter und nördlichster des Jahres, steht noch einmal mit einer Höhe am Bonner Nachthimmel, die erst wieder im Dezember 2042 leicht überboten wird. Letzter Neumond des Jahres ist am 20. Dezember.

Paul Hombach als Verfasser und die Volkssternwarte Bonn wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Beobachten und eine schöne Weihnachtszeit!

Montagsvortrag am 27. Oktober 2025: Messier 31 – Unsere Nachbarin im All

27. Oktober 2025

Messier 31 – Unsere Nachbarin im All

Dr. Rainer Beck

 

Im Sternbild Andromeda ist mit dem bloßen Auge ein schwacher „Nebel“ erkennbar, dem der französische Astronom Charles Messier den Katalognamen M31 gab.

Auf Aufnahmen durch große Teleskope entpuppt er sich als riesiges System aus Sternen und Gas. Erst vor etwa 100 Jahren wurde klar, dass es sich um eine eigenständige Galaxie handelt.

Die Andromeda-Galaxie präsentiert unsere kosmische Heimat aus  der Vogelperspektive.

Die astronomisch geringe Entfernung von „nur“ rund 2 Millionen Lichtjahren erlaubt einmalige Messungen in allen Spektralbereichen, vom Röntgen- bis zum Radiobereich.

Dr. Rainer Beck begann vor 50 Jahren seine Doktorarbeit in Bonn. Er entdeckte mit dem 100-m Radioteleskop bei Effelsberg ein gigantisches Magnetfeld in M31 und zeigte, dass dort ein galaktischer Dynamo am Werk ist.

Er leitete zahlreiche Projekte am Radioteleskop Effelsberg, am VLA und am LOFAR. Dr. Beck war Mitbegründer der Zeitschrift ‚Sonne‘ und ist Mitautor des ‚Handbuchs für Sonnen-beobachter‘.

 

 

Die Teilnehmerzahl ist limitiert. Anmeldung zum Vortrag ausschließlich über diesen Anmeldebutton. Der Eintritt beträgt 4,- € und ist für Mitglieder der Volkssternwarte Bonn kostenlos.

Erfolgreicher Tag des Offenen Denkmals am 14. September 2025

Bei herrlichem Wetter begannen die Vorbereitungen für den Tag des Offenen Denkmals in der Volkssternwarte Bonn.

Durch den klaren Himmel waren für die Besucher interessante Blicke auf die Sonne und die Venus (am Taghimmel!) möglich, für die sich auch das Warten in der Schlange lohnte.

Auch die Vorträge und die Kinderveranstaltung waren gut besucht von einem interessierten Publikum.

Die am Basteltisch selbst gebastelten Papierraketen konnten anschließend mit Druckluft (Fußkraft!) selbst gestartet werden.

Die Volkssternwarte Bonn freut sich über den erfolgreichen Tag, die zahlreichen Besucher, viele interessierte Fragen und Gespräche und auf ein Wiedersehen bei kommenden Veranstaltungen!

Astrovorschau für Bonn (September/Oktober 2025) von Paul Hombach

Highlight ist die totale Mondfinsternis am 7. September, die allerdings nur eingeschränkt sichtbar ist. Saturn steht mit schmalen Ringen in Opposition, Jupiter wird zum Planeten der ganzen Nacht. Venus behauptet sich noch als Morgenstern, am Taghimmel des 19. September wird sie vom Mond bedeckt. Am 22. September ist kalendarischer Herbstanfang.

Am 22. September quert die Sonne den Himmelsäquator südwärts. Es ist zwar Herbstanfang, aber es beginnt das Halbjahr, in dem die Sonne sich länger unter als über dem Horizont befindet. Am Tag des Herbstanfangs geht die Sonne für Bonn um 7:17 Uhr MESZ auf und um 19:30 Uhr MESZ unter. Am 26. Oktober, wenn die Sommerzeit endet, wird wieder in MEZ gerechnet: Dann steht die Sonne von 7:12 Uhr bis 17:18 Uhr MEZ am Bonner Himmel.

Beim Blick an den Abendhimmel des 1. Oktober um 21:00 Uhr MESZ halten sich im Westen immer noch die Reste des Frühlingshimmels. Vielleicht erweist uns die Nova T CrB im Sternbild Krone, das bis weit in den Herbst abends im Westen sichtbar ist, endlich das Vergnügen, ihren fälligen Ausbruch zu zeigen. Das Sommerdreieck, bestehend aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler – eigentlich kein Sternbild, sondern streng genommen ein sogenannter Asterismus – dominiert den abendlichen Himmel. Besonders rund um die Neumondtermine (siehe unten) lässt sich von dunklen Standorten aus das schimmernde Band der Milchstraße vom Schützen bis zum „Himmels-W“ der Kassiopeia hoch im Nordosten bewundern. Der gesamte Osthimmel ist bereits „sagenhaft“: Die Kassiopeia ist wie auch der Kepheus Teil der Perseussage, zu dem auch das geflügelte Pferd Pegasus (als Herbstviereck bekannt) und die Andromeda gehören; das von Perseus abzuwehrende Meeresungeheuer Walfisch lauert im Südosten. Etwas westlich davon leuchtet Saturn in einer ansonsten eher sternarmen Umgebung. Um Mitternacht erreicht das Pegasus-Viereck den Meridian. Im Laufe der schon langen Nacht erscheint der Winterhimmel: Das Wintersechseck mit den Sternbildern Stier, Fuhrmann, Orion, Kleiner und Großer Hund sowie den Zwillingen wird um 4:00 Uhr MESZ im Südosten vollständig versammelt sein. Wenn gegen 6:00 Uhr MESZ die Wintersternbilder langsam den Süden erreichen, zeigt sich mit dem Löwen im Osten, dass es auch am Himmel einmal wieder Frühling werden wird.

Der Blick an den Bonner Nachthimmel am 1. Oktober um 21:00 Uhr MESZ zeigt den zunehmenden Mond an der Grenze von Schütze und Steinbock genau im Süden. Im Westen ist noch Arktur zu sehen, vom Südsüdwesten aus zieht sich das Band der Milchstraße durch das Sommerdreieck nach Norden. Der östliche Himmel gehört den klassischen Sternbildern des Herbstes rund um den Pegasus. Im Südosten leuchtet Saturn an der Grenze von Wassermann und Fischen. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur zeigte in der zweiten Augusthälfte eine mittelgünstige Morgensichtbarkeit. In den ersten Septembertagen endet diese, der Abstand Merkurs zur Sonne wird zu gering. Da der Planet jedoch für seine Verhältnisse hell ist und die Ekliptik steil zum Horizont steht, kann Merkur vielleicht bei bester Sicht zum Osthorizont bis zum 3. September mit dem Fernglas noch gefunden werden.

Venus hat ihre Rolle als strahlender Morgenstern in den vergangenen Wochen bravourös gespielt und rückt nun näher an die Sonne heran. Zwischen dem 18. und 20. September zieht Venus nah an Regulus im Löwen vorbei (den sie übrigens im Oktober 2044 bedecken wird). Ein Highlight ist die Venusbedeckung am Mittag des 19. September: Für Bonn schiebt sich der beleuchtete Mondrand um 14:03:47 Uhr MESZ über die Venus – es dauert 25 Sekunden, bis das Planetenscheibchen vollständig bedeckt ist. Um 15:20 Uhr MESZ taucht unser Nachbarplanet wieder am unbeleuchteten westlichen Mondrand auf. Venus und Mond stehen dann noch hoch genug im Westsüdwesten, um bequem mit dem Fernglas beobachtet zu werden. Allerdings sollte man die Sonne zum Beispiel hinter einer Hauskante haben und das Ereignis ungeblendet aus dem Schatten heraus verfolgen. Ende Oktober geht der Morgenstern nur noch gut anderthalb Stunden vor der Sonne auf.

Schöne Szene am Morgenhimmel des 19. September 2025, mit Blick nach Osten um 6:15 Uhr MESZ: Venus begegnet Regulus im Löwen, die schmale Mondsichel steht daneben. Oberhalb leuchtet Jupiter in den Zwillingen. Um 14:04 Uhr MESZ am hellen Mittagshimmel wird der Mond Venus bedecken. Grafik erstellt mit Stellarium

Mars bleibt in den kommenden Wochen, ja sogar Monaten, den Blicken entzogen. Jupiter im Sternbild Zwillinge hingegen wird zum Planeten der ganzen Nacht. Mitte September geht er noch um 0:20 Uhr MESZ auf, einen Monat später erscheint er schon gegen 22:40 Uhr MESZ. In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober lassen sich teleskopisch gleich zwei Schatten, die der Monde Io und Europa, auf dem Planeten bewundern. Saturn steht am 21. September in Opposition zur Sonne und ist dann die ganze Herbstnacht hindurch zu sehen. In diesem Jahr tragen die Ringe nicht viel zu seiner visuellen Gesamthelligkeit bei, da sie aus Erdsicht unter sehr schmalem Winkel erscheinen. Davon kann man sich entweder beim Blick durch ein eigenes Teleskop oder bei einer öffentlichen Himmelsbeobachtung überzeugen, die beispielsweise anlässlich der Langen Nacht der Astronomie am 13. September stattfinden. Unter anderem wird der Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) wieder auf dem Gelände der Steyler Missionare in Sankt Augustin die Teleskope ans Firmament richten. Uranus im Sternbild Stier ist in diesen Wochen recht einfach mit dem Fernglas zu finden, hält er sich doch nur wenige Grad südlich der Plejaden auf. Neptun steht am 23. September in Opposition zur Sonne und ist, dank der Nähe zu Saturn, vergleichsweise günstig mit dem Fernglas aufzufinden.

Aufsuchkarte für Uranus zwischen dem 1. September und 31. Dezember 2025. Die Schrittweite der Markierungen sind je zehn Tage. Grafik erstellt mit Stellarium

Vollmond ist am 7. September. Bei dieser Gelegenheit kommt es zu einer totalen Mondfinsternis, die allerdings für Bonn nur schwierig, das heißt nur in ihren letzten Ausläufern, zu sehen ist. Die Totalität beginnt um 19:30 Uhr MESZ. Leider geht der Mond für Bonn rechnerisch erst um 20:07 Uhr MESZ auf, und auch dann wird man ihn in der noch hellen Dämmerung am Osthorizont nicht erkennen können. Die Totalität endet um 20:53 Uhr MESZ. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Erdtrabant sieben Grad hoch im Ostsüdosten, während gerade einmal die bürgerliche Dämmerung endet. Die sich anschließende partielle Phase, die erst um 21:57 Uhr MESZ endet, wird einfach zu verfolgen sein und immer noch Gelegenheit für schöne Fotos bieten – natürlich nur bei klarem Himmel. Der abnehmende Halbmond des 14. September ist der nördlichste bis zum 25. September 2043. Beim Neumond des 21. September findet eine partielle Sonnenfinsternis statt, die allerdings Beobachtern in der Nähe der Antarktis vorbehalten bleibt. Am 30. September steht der Mond im ersten Viertel – dem südlichsten der nächsten 18 Jahre. Ein weiterer Vollmond folgt am 7. Oktober, ein Neumond am 21. Oktober.

Ende der Totalität am 7. September 2025 um 20:53 Uhr MESZ, wenn sich der Mond erst sieben Grad hoch am Bonner Himmel im Ostsüdosten befindet. Grafik erstellt mit Stellarium

Paul Hombach als Verfasser und die Volkssternwarte Bonn wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Beobachten!