Jupiter- / Saturn-Konjunktion

Unser Mitglied Frank Bonn schickte uns die folgende schöne Aufnahme des Duos, die ihm am 18.12.2020 von Troisdorf aus gelang. Er schreibt dazu „Leider standen beide Planeten zum Aufnahmezeitpunkt 17:54 /18:12 Uhr schon so tief am Horizont, dass es nur noch aus einem Fenster im Dachgeschoß (also nicht aus meiner Sternwarte) mittels Teleobjektiv und normalem Stativ möglich war. Die zu erkennende Hochspannungsfreileitung gehört zum europäischen 380kV Verbundnetz.

Jupiter- / Saturn-Konjunktion

Wie Paul Hombach in seiner Astrovorschau geschrieben hat, wird es am 21. Dezember zu einer spektakulären Annäherung von Jupiter und Saturn kommen, die dann bloß noch 0,1° auseinander stehen (also ein Fünftel des Monddurchmessers).

Ich schaue schon seit zwei Wochen jeden Abend prüfend zum Himmel, aber immer war alles wolkenverhangen. Gestern Abend jedoch hatte ich zumindest vorab schon Glück und konnte die beiden immer näher rückenden Planeten erfassen – und sogar mit dem jungen Mond dabei.

Ab 17:00 Uhr lohnt sich also ein Blick nach Südwesten, wo dieses Schauspiel stattfindet. Und das nächste Zusammentreffen (auch gar nicht so eng wie diesmal) findet erst in 20 Jahren wieder statt!

Quelle: KZTV-News

Nachtrag: Zur eigentlichen Konjunktion am 21.12. war der Himmel über Bonn vollständig wolkenverhangen, aber am Abend vorher gelang mir noch diese Aufnahme:

Frohe Weihnachten

Das Team der Volkssternwarte Bonn wünscht Ihnen allen trotz der Einschränkungen in dieser Coronazeit ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und alles Gute! Bleiben Sie gesund!!

„Sterne und Wein“ am 26. März 2021

Liebe Sternfreunde,

aufgrund der ausgesprochen großen Nachfrage zu dieser Veranstaltung bieten Paul Hombach und Peter Wollmann eine Zusatzveranstaltung von Sterne und Wein am 26. März an!

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Die coronabedingten ungewöhnlichen Zeiten erfordern weiterhin spezielle Veranstaltungen. Aber auch in Zeiten des Lockdowns muss niemand auf geselliges Beisammensein in Verbindung mit Astronomie, Wein und Musik verzichten. Unser Volkssternwarten-Mitglied Paul Hombach bietet am 26. März und am 29. April wieder ein Online-Event aus der Reihe ‚Sterne und Wein‘ an.

Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung sowie die Anmeldemöglichkeit finden Sie auf dem aktuellen Flyer (siehe unten) sowie auf Sterne&Wein.

 

Astrovorschau für Bonn November und Dezember 2020

Kurz vor Weihnachten zeigen Jupiter und Saturn eine spektakulär enge Begegnung in der Abenddämmerung, Mars leuchtet am Abendhimmel, dem Morgenstern Venus leistet Merkur im November Gesellschaft.

Durch die lange Dunkelheit sind am Nachthimmel eine große Zahl von Sommer- und Herbststernbildern am Abend  bis zu Frühlingsvorboten am Morgenhimmel zu sehen.

Den südlichsten Punkt ihrer jährlichen Wanderung durch die Sternbilder des Tierkreises erreicht die Sonne am 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende. An diesem Tag geht sie für Bonn um 8:31 MEZ auf und 16:28 MEZ unter. Das bedeutet abzüglich der Dämmerung eine Nachtlänge von fast 15 Stunden. Mitte November steht das Zentralgestirn noch von 7:47 MEZ bis 16:44 über dem Bonner Horizont.

Gegen 21:00 Uhr Mitte November bzw. 19:00 MEZ einen Monat später stehen die Herbststernbilder rund um das Herbstviereck des Pegasus hoch im Süden, verstärkt durch den rötlichen Mars, der in den Fischen leuchtet. Im Osten geht der Orion auf, der nachts um 2 Uhr seinen Höchststand im Süden erreichten wird, Mitte Dezember um Mitternacht.

Abb. 1: Blick an den Bonner Himmel am 15.11.2020 um 21:00 MEZ, Grafik erstellt mit Stellarium

In den frühen Abendstunden ist noch das Sommerdreieck der hellen Sterne Atair, Deneb und Wega im Süden zu sehen. Tief im Südwesten stehen der Schütze bzw. der Steinbock über dem Horizont, Schauplatz einer außergewöhnlichen Planetenbegegnung: Jupiter nähert sich von Woche zu Woche deutlich an Saturn an, den er am Abend des 21. Dezember in nur 6 Bogenminuten Entfernung – das entspricht etwa einem Fünftel des Vollmondurchmessers am Himmel – überholen wird. Zwischen dem 17. und 25. Dezember passen die beiden Gestirne in einen Kreis von nur 0,5 Grad am Firmament.

Abb. 2: Anblick des Bonner Abendhimmels am 19.11.2020 um 18:00 MEZ, Blickrichtung Süd-Südwesten. Dort kommt es zu einer schönen Begegnung von Jupiter und Saturn mit der zunehmenden Mondsichel. Grafik erstellt mit Stellarium

In den frühen Morgenstunden nimmt mit dem Löwen ein klassisches Frühlingssternbild den Osten ein. Gegen 5:00 Uhr Mitte November bzw. 6:30 MEZ einen Monat später taucht auch der Morgenstern Venus auf. Zu dieser Zeit ist auch der bekannte Große Wagen wieder hoch am Himmel zu sehen. Zwischen etwa dem 4. und 20. November zeigt sich Merkur rund eine Stunde vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel. In den Tagen um den 10. November sollte er bereits mit freiem Auge erkennbar sein, sonst hilft natürlich ein Fernglas.

Abb. 3: Blick nach Osten an den Bonner Morgenhimmel am 13.11.2020 um 6:30 MEZ. Der Mond steht zwischen Venus und Merkur. Grafik erstellt mit Stellarium

Der Mond bleibt am 15. November und 14. Dezember als Neumond im Licht der Sonne verborgen. Als Vollmond strahlt er am 30. November bzw. 30. Dezember hoch und hell vom frühwinterlichen Nachthimmel. Auf seiner Bahn unter den Sternbildern des Tierkreises kommt der Erdtrabant immer wieder an den hellen Planeten vorbei. So begegnet er Jupiter und Saturn am 19. November (s. Abb.2) und erneut tief über dem Südwesthorizont in der Abenddämmerung am 17. Dezember Die Treffen mit Mars am 25. November und 23. Dezember fallen nicht besonders eng aus, ebenso wenig die Begegnung am Morgenhimmel mit Venus am  13. Dezember. Sehenswert ist allerdings genau einen Monat die schöne Konstellation der abnehmenden Sichel mit Venus, Merkur und dem Stern Spica, in der Jungfrau (s. Abb. 3) Am 14. November kann die ultrafeine Sichel bei guter Horizontsicht unterhalb Merkurs gefunden werden.

Viel Spaß beim Beobachten wünschen Paul Hombach und die Volkssternwarte Bonn!

Pauls portables Planetarium

Onlineversion
SternenHimmel Live
»Pauls portables Planetarium«

Livestream aus dem Deutschen Museum Bonn
Schwerpunkt: »Mars, Planetentreffen und Schwarze Löcher«

Dienstag, 10. November Beginn: 19.00 Uhr

Livestream verpasst? Kein Problem, die Veranstaltung kann im Youtube-Kanal des Deutschen Museums Bonn weiterhin abgerufen werden.

In dem etwa einstündigen Video ging es u.a. um den Sternenhimmel über Bonn inklusive der bevorstehenden engen Begegnung von Jupiter und Saturn kurz vor Weihnachten. Außerdem standen der diesjährige Nobelpreis für Physik und die Erdnähe des Mars im Oktober im Fokus.

Was hat es mit dem Physik-Nobelpreis 2020 auf sich? – Online-Vortrag der Uni-Bonn

Sehr geehrte Damen und Herren,

das zdi-Schülerlabor Physikwerkstatt Rheinland der Universität Bonn lädt für Mittwoch, den 11. November, 19:00 Uhr zu einem Informationsabend ein:

Was hat es mit dem Physik-Nobelpreis 2020 auf sich?
Die Natur der kompakten Masse im Zentrum der Milchstraße

Das kompakte und sehr massive Objekt im Zentrum der Milchstraße (bekannt als Sagitarius A*) ist zur Zeit der beste Kandidat für ein supermassives Schwarzes Loch in unserer direkten Nachbarschaft. Für die Untersuchung dieses Objektes und seiner Umgebung werden in diesem Jahr Reinhard Genzel und Andrea Ghez mit dem Nobelpreis für Physik geehrt. Den Preis teilen sie sich mit Roger Penrose, der für seine Forschung über schwarze Löcher und Allgemeine Relativitätstheorie ausgezeichnet wird.

In einem allgemeinverständlichen Vortrag erläutert Prof. Andreas Eckart, wie die Arbeit der drei Wissenschaftler (und vieler anderer) dazu beigetragen hat, das Objekt im Zentrum unserer Milchstraße besser zu verstehen.

Die Veranstaltung findet online über Zoom statt:Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Andreas Eckart ist seit 2000 Professor am 1. Physikalischen Institut der Universität zu Köln. Zuvor war er von 1986 bis 1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Reinhard Genzel am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching. Prof. Eckart forscht unter anderem über das Zentrum der Milchstraße und den Einfluss des supermassiven Schwarzen Lochs. Außerdem arbeitet er an der Instrumentierung von Teleskopen wie z.B. dem ESO-Very Large Telescope, dem Large Binocular Telescope und dem James-Webb-Weltraumteleskop.

Sterne & Wein am 13. November 2020

Liebe Sternfreunde,

die corona-bedingten ungewöhnlichen Zeiten erfordern weiterhin spezielle Veranstaltungen.

Das beliebte Format ‚Sterne und Wein‘ findet nunmehr zum vierten Male statt und wird wieder von unserem Volkssternwarten-Mitglied Paul Hombach (zusammen mit dem Weinenthusiasten Peter Wollmann und der Sommelière Christal Lalla) online und bei Ihnen zuhause durchgeführt.

Weitere Details finden Sie in der folgenden Übersicht:

Anmeldungen für diese Veranstaltung bitte bis zum 9. November 2020 an
contact@vinauthority.de oder info@paulhombach.de

Dachreparatur in der Volkssternwarte

Bereits im vergangenen Frühjahr hatten wir festgestellt, dass es auf dem Kuppeldach der Volkssternwarte eine Undichtigkeit geben musste, denn bei Regen fing es an im Inneren herunter zu tropfen.

Heut haben wir mit professioneller Unterstützung durch die Firma Eichhorn das Dach komplett inspizieren lassen.

Glücklicherweise gab es nur in einem kleinen Bereich drei kleine Undichtigkeiten, die schnell versiegelt werden konnten.

Erfreulicherweise war die Zinkblechverkleidung insgesamt auch nach über 30 Jahren noch in einem recht guten Zustand, so dass wir hoffentlich in absehbarer Zeit nach Corona den Normalbetrieb ohne nass zu werden wieder aufnehmen können.

Physik-Nobelpreis 2020

Nachdem es bereits 2017 (Nachweis von Gravitationswellen) und 2019 (Entdeckung von Exoplaneten und grundlegende Beiträge zur Kosmologie) Nobelpreise für Astrophysiker und Kosmologen gegeben hat, wurde auch der Preis 2020 für Beiträge in einem astrophysikalischen Themenbereich verliehen: der Erforschung Schwarzer Löcher.

Bild eines Schwarzen Lochs

Bild eines Schwarzen Lochs, ermittelt aus radioastronomischen Daten des Event Horizon Teleskops (Wikipedia)

Für Bonner besonders interessant: einer der Preisträger – Reinhard Genzel, derzeit Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching – hat an der Bonner Universität Physik studiert und am Max-Planck-Institut für Radioastronomie, mit dem auch die Volkssternwarte zusammenarbeitet, promoviert.

Genzel teilt sich eine Hälfte des Nobelpreises mit Andrea Ghez, einer amerikanischen Astronomin. Beide hatten fast zeitgleich mit Hilfe jahrelanger infrarot-teleskopischer Messungen zeigen können, dass sich im Zentrum unserer Galaxis ein superschweres Schwarzes Loch befindet. Dazu hatten sie die Bewegung von Sternen in direkter Umgebung des dort vermuteten Schwarzen Lochs analysiert. Infrarot-Messungen waren notwendig, da sichtbares Licht aus dem Zentrum der Milchstraße durch Staub absorbiert bzw. gestreut wird und so unserem Blick entzogen ist.

Die andere Hälfte des Nobelpreises wurde Roger Penrose – einem britischen Physiker, der u.a. mit Stephen Hawking zusammen gearbeitet hat – zugeteilt. Penrose hat sich zahlreiche Verdienste im Bereich der Kosmologie erworben. Der Nobelpreis würdigt dabei insbesondere seinen Beweis, dass Schwarze Löcher eine unabwendbare Konsequenz der Einstein’schen Allgemeinen Relativitätstheorie sind. Dies trug wesentlich dazu bei, die Suche nach Schwarzen Löchern zu intensivieren, die bis dahin nur eine hypothetisch Annahme waren.

Heutzutage wird an der Existenz Schwarzer Löcher nicht mehr gezweifelt. Ein besonderer Höhepunkt war dabei die „Fotographie“ eines Schwarzen Lochs im vergangenen Jahr, über die prominent in der Presse berichtet worden ist. Die Anführungszeichen deshalb, weil das Bild des Schwarzen Lochs aus der Auswertung von radioastronomischen Daten erzeugt wurde, die mit dem „Event Horizon“ Teleskop – einer Zusammenschaltung mehrerer Radioteleskope weltweit – ermittelt wurden.