Der Goldene Henkel

Als sich gestern Abend die sommerliche Hitze langsam verzog und wir mit einem Glas Wein und Feldstecher im Garten saßen, sprang uns am Mond förmlich der Goldene Henkel ins Auge. Etwas später holte ich dann meinen 120mm-Refraktor, um dieses schöne Schauspiel noch besser beobachten zu können.

Über eine WhatsApp-Gruppe lokaler Hobby-Astronomen fand sich schnell ein Grüppchen Interessierter zusammen, die sich kontinuierlich online über ihre Beobachtungen austauschten. Dabei kamen dann solche Bilder wie dieses zustande, das mit dem iPhone am Okular des Refraktors aufgenommen wurde und den Goldenen Henkel bereits gut erkennbar zeigte. Dies motivierte dann wieder weitere, ihr Gerät noch aufzubauen oder zum Fotoapparat zu greifen.

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Da die Luft und das Seeing recht gut waren und weder beim Mond noch bei Saturn der helle Himmel wirklich störten, konnte man hier in Bonn durchaus bis zu 300facher Vergrößerung gehen und viele spektakuläre Details am Terminator beobachten.

Zu guter Letzt habe ich dann doch noch die Spiegelreflex-Kamera geholt und den Mond auch damit abgelichtet (900mm, f/7.5, ISO 400, 1/100 sec). Die Belichtung wurde natürlich am Terminator / Goldener Henkel optimiert, so dass die Aufnahme auf den großflächigen Bereichen sehr (zu) hell ist.

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Und als Detail aus dieser Aufnahme noch einmal der Goldene Henkel, das Highlight des gestrigen Abends:

GoldenerHenkel

Regenbogen, Abendrot und Alpenglühen am 13.06.2013

Nach Durchzug einer Kaltfront gab es am Abend des 13.06.2013 kurz vor und nach Sonnenuntergang in Bonn ein feuriges Himmelsschauspiel mit doppeltem Regenbogen, Zero Order-Glow, Abendrot und Alpenglühen. Sonnenuntergang war unter Berücksichtigung der Standardrefraktion um 21:45 MESZ.
Fotos auf Facebook
Video auf Youtube

[Edit: Peter Oden]

Dem kann ich mich nur anschließen! Es war ein phänomenales Schauspiel, das uns da gestern geboten wurde!!!

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Foto: Gisela Walter, iPhone

Das Zentrum der Milchstraße

Im vergangenen Sommer habe ich den Urlaub im zentralen Perigord verbracht und dabei einen der dunkelsten Himmel meines Lebens sehen dürfen. Inspiriert durch einen Artikel in der aktuellen Sky&Telescope möchte ich hier eine meiner Aufnahmen, die ich dort gemacht habe, vorstellen. Es ist unsere Milchstraße im Bereich Schütze und Skorpion. Der Kreis in der Zeichnung markiert das galaktische Zentrum, in dem sich kaum noch neue Sterne bilden. Aus diesem Grund haben Aufnahmen dieses Gebietes immer einen orangenen / rötlichen Schimmer.

Die wichtigen Messier-Objekte in diesem Gebiet sowie die Ebene der Milchstraße habe ich zur besseren Orientierung markiert. Viel Spaß beim Erkunden!

Central Milkyway

Es handelt sich um eine einzelne 60-Sekunden-Aufnahme (ISO 3.200). Aus insgesamt 300 solcher Aufnahmen (à 30 sec) habe ich dann auch noch eine Animation zusammengestellt, die die Bewegung der Milchstraße während der ganzen Nacht (5 Stunden) gut verdeutlicht. Die rötlichen Wolken gegen Morgen spiegeln das Licht des 130 km entfernten Bordeaux wieder.

 

 

Die Nacht der Satelliten in Bonn: 5 ISS-Überflüge, 3 Iridium-Flares

jedes Jahr gibt es um die Sommer-Sonnenwende einen oder zwei Zeiträume, in denen die ISS permanent im Sonnenlicht ist. Sofern sie dann bei uns über den Horizont gelangt, können nicht wie sonst 2, sondern mindestens 3 und häufig 4 Überflüge pro Nacht beobachtet werden. Sehr selten kommt es vor, dass sogar 5 Überflüge in einer Nacht sichtbar sind. In manchen Jahren passiert das gar nicht oder in 2 Nächten (dann Ende Mai und Mitte Juli), in den meisten Jahren jedoch in genau einer Nacht. Allerdings fallen der erste und der fünfte Überflug in die helle Dämmerung, was die Beobachtung erschwert. Da zudem natürlich das Wetter mitspielen muss, ist die erfolgreiche Absolvierung dieses „ISS-Marathons“ gar kein so einfaches Unterfangen. Bei meinem ersten Versuch im Jahr 2008 war nach 3 Überflügen Schluss, weil Bewölkung aufzog. Beim zweiten Anlauf am 26./27.06.2010 schien zunächst alles zu klappen, doch der 5. Überflug in der hellen Morgendämmerung fiel ganz leichtem Hochnebel zum Opfer (s. http://www.meteoros.de/php/viewtopic.php?t=8355). In der vergangenen Nacht habe ich den dritten Versuch gestartet – und der war erfolgreich. Alle 5 Überflüge wurden mit bloßem Auge beobachtet; lediglich bei der fotogtafischen Dokumentation der ersten Passage kam es zu einer Panne. Die ISS zog tief im Süden lang, und just dort hingen letzte konvektive Wolken. Als ich sie endlich sah, befand sie sich bereits außerhalb des Sichtfeldes der auf dem Stativ wartenden Kamera. Bevor ich deren Ausrichtung geändert hatte, war die ISS zunächst wieder hinter Wolken und dann hinter einem Dach verschwunden. Ich habe mir die Kamera ohne Stativ geschnappt und bin von der Terrasse zu einem nach Osten gerichteten Fenster geeilt. Es war keine Zeit mehr, die Einstellungen zu ändern, und so musste ich 1/2 Sekunde freihändig und in ziemlicher Hast belichten. Ergebnis: die ISS malt ein chinesisches Schriftzeichen an den Himmel.

Außer den 5 ISS-Überflügen gab es in dieser Nacht an meinem Standort noch 3 eher bescheidene Iridium-Flares, die ich ebenfalls abgelichtet habe, Zwischen den Überflügen 1 und 2 bzw. 4 und 5 habe ich (vergeblich) nach NLCs Ausschau gehalten, aber zumindest ein paar Stimmungsbilder der Dämmerung aufgenommen. Hier also die Ausbeute der langen Nacht der Satelliten; alle Fotos wurden in der Bonner Innnstadt mit einer Panasonic DMC-FZ18 aufgenommen. Mit Ausnahme des ersten und letzten Bildes wurde jeweils 60s bei Blende 2.8, ISO 100 und 28mm Brennweite (Kleinbild-Äquivalent) belichtet.


Abb. 1: 1. Überflug der ISS um 22:13 MESZ; Helligkeit ca. -1.7 mag, Sonnendepression 4.8°. Belichtungszeit 0.5s bei Blende 3.6, ISO 100 und 126mm Brennweite (Kleinbild-Äquivalent).


Abb. 2: 2. Überflug der ISS um 23:49 MESZ; Helligkeit ca. -3.4 mag, Sonnendepression 13.3°.


Abb. 3: Flare von Iridium 90 um 01:19:52 MESZ; Helligkeit ca. -2 mag, Sonnendepression 16.6°.


Abb. 4: Flare von Iridium 10 um 01:23:34 MESZ; Helligkeit ca. -0.5 mag, Sonnendepression 16.6°.


Abb. 5: 3. Überflug der ISS um 01:26 MESZ; Helligkeit ca. -3.1 mag, Sonnendepression 16.6°.


Abb. 6: Flare von Iridium 80 um 02:59:55 MESZ; Helligkeit ca. -0.5 mag, Sonnendepression 14.0°.


Abb. 7: Überflug der ISS um 03:03 MESZ; Helligkeit ca. -3.4 mag, Sonnendepression 13.8°.


Abb. 8: Überflug der ISS um 04:39 MESZ; Helligkeit ca. -1.8 mag, Sonnendepression 5.6°. Belichtungszeit 1s bei Blende 3.2, ISO 100 und 44mm Brennweite (Kleinbild-Äquivalent).

Zwischen den ersten beiden Überflügen war ich etwa eine Stunde lang am Rheinufer auf NLC-Jagd. Mitgebracht habe ich zwar keine Bilder Leuchtender Nachtwolken, aber eine Fotoserie der zweiten Hälfte der nautischen Dämmerung (Sonnendepression 9 bis 12 Grad), woraus ich eine Animation erstellt habe: http://www.youtube.com/watch?v=Af7CfEkO69k .

Nach dem Belegfoto des letzten Überflugs war noch Zeit, mit vollem Zoom (504mm) ein Video zu drehen, untermalt vom morgendlichen Vogelkonzert: http://www.youtube.com/watch?v=PBX_S4bYy6g .

Sommerastronomie in Bonn

Bei dem momentan ungewohnt guten Wetter habe ich in der Nacht zum 04.06. einen Überflug der ISS um 01:26 Uhr beobachten und fotografieren können. (28mm Brennweite, 60 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO100).

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Am Abend gelangen mir dann vom Rheinufer aus um 23:40 Uhr erste Aufnahmen von leuchtenden Nachtwolken in dieser Saison (der Kontrast ist zur Betonung nachträglich deutlich angehoben worden). (28mm Brennweite, 30 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO100).

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Leuchtende Nachtwolken im Norden gesichtet

Vergangene Nacht zeigten sich die ersten Leuchtenden Nachtwolken im laufenden Jahr für den Autoren, der sich derzeit auf Helgoland aufhält. Die Erscheinung war nicht die spektakulärste (s. Fotos), dafür konnten die Leuchtenden Nachtwolken hier im Norden, wo die Dämmerung momentan kein Ende hat, über viele Stunden bewundert werden. Die Dämmerungshelligkeit, wie sie auf den Fotos zu erkennen ist, war selbst um Mitternacht (Ortszeit) unübersehbar, auch vom visuellen Eindruck her.

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Kometenzeit in Bonn – Komet ISON C/2012 S1

Gemeinsam mit dem Argelander Institut für Astronomie hat die Volkssternwarte Bonn ein großes Rahmenprogramm rund um den Kometen ISON (C2012 S1), der sich zum Jahresende der Sonne und der Erde nähern wird, für die Mitglieder der Volkssternwarte und die gesamte Bonner Bevölkerung ins Leben gerufen.

Die unterschiedlichsten Vorträge und Seminare werden über den Kometen unter allen nur denkbaren Blickwinkeln berichten und informieren; Aktionen für Kinder, ein Science Café für Erwachsene und Beobachtungsveranstaltungen für alle runden das Gesamtprogramm ab.

Die „Kometenzeit in Bonn“ wird im Rahmen des Tags der Offenen Tür der Volkssternwarte Bonn am 03. November 2013 gemeinsam vom Argelander Institut für Astronomie und der Volkssternwarte Bonn eröffnet und dauert bis zum 10. Januar 2014. Freuen Sie sich mit uns auf viele hochinteressante und spannende Einzelveranstaltungen!

Alle Details zum Programm finden Sie hier : Kometenzeit.

[pmo, 29.05.2013]

 

„Montags in der Sternwarte“ – Leuchtende Nachtwolken

Zum Auftakt der neuen Vortragsreihe der Volkssternwarte Bonn präsentierte Stefan Krause gestern Abend einen unterhaltsamen, informativen und spannenden Vortrag zum Thema „Leuchtende Nachtwolken“ (NLC, noctilucent clouds).

Es handelt sich um eine relativ seltene Form der Wolkenbildung aus Eiskristallen oberhalb der Mesosphäre (ausschließlich im Bereich von 83km Höhe +/- 2km). Sie sind normalerweise aufgrund ihrer geringen Dichte unsichtbar, werden aber bei bestimmten Winkeln der bereits untergangenen Sonne von dieser vor dem bereits dunklen Himmel beleuchtet und dadurch sichtbar. Ihr fasriges silbriges Aussehen stellt einen besonderen ästhetischen Reiz dar.

Hinweis : Die Uhrzeit meiner Kamera stand noch nicht auf Sommerzeit, alle angegebenen Zeiten sind also um 1 Stunde zu erhöhen.

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Jeder Teilnehmer hatte nach dem Vortrag das Gefühl, gut unterhalten worden zu sein und gleichzeitig viel Neues und Interessantes gelernt zu haben – so soll es sein!

Ab 22:00 Uhr haben dann Stefan Krause und ich noch versucht, sowohl das Planetentrio mit seiner Dreieckskonstellation aus Jupiter, Merkur und Venus als auch NLCs in natura zu erspähen, was aber beides leider nicht gelungen ist.

Sowohl Merkur (1.Bild) als auch Venus (2. Bild) konnten einzeln gesichtet werden, Jupiter aber überhaupt nicht.

Merkur 130527 Venus 130527

Als kleiner Ersatz hier der Link auf eines der (meiner persönlichen Meinung nach) besten Fotos dieser Konjunktion überhaupt von Fred Espenak.

Ein Foto zum Nordhorizont vom Versuch, NLCs zu finden, sei hier ebenfalls noch gezeigt. Aufgrund der langen Belichtungszeit wirkt es wie ein Dämmerungsphoto, aber man erkennt an den gut sichtbaren Sternbildern (links außen Capella vom Fuhrmann, leicht rechts von der Mitte Kassiopeia und rechts oben ein Stück von Kepheus) doch, wie dunkel es bereits war.

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Insgesamt ein wunderschöner Abend mit passendem Ausklang unter Sternen.

[pmo, 27.05.2013]

EDIT : Eine Animation aus Stimmungsaufnahmen des gestrigen Abends findet sich hier. (Wer sieht das Flugzeug, das Feuerwerk und den Satellitenflare?)

[Stefan Krause, 27.05.2013]

Die Volkssternwarte Bonn mit eigenem Stand beim ATT 2013

Schon seit vielen Jahren ist die Volkssternwarte Bonn bei Europas größter Astronomiemesse „ATT“ in Essen vertreten. So auch in diesem Jahr am 25.Mai. An unserem Stand wurde astronomische Literatur und allerlei gebrauchtes Zubehör angeboten. Der Erlös kommt wie immer der Vereinsarbeit zugute. Die von der Walter-Hohmann-Sternwarte e.V. ausgerichtete Astronomiebörse bietet der Volkssternwarte Bonn zudem die Möglichkeit, den Verein und die Vereinsarbeit vor breitem Publikum zu präsentieren. Vielen Dank an die fleißigen Vereinsmitglieder, die diesen nicht geringen Arbeitsaufwand auf sich genommen haben! Hier ein paar Eindrücke von der Messe:

Jens Schmitz-Scherzer, Andreas Maul und Jörg Stegert, vlnr.

Jens Schmitz-Scherzer, Andreas Maul und Jörg Stegert, vlnr.

Blick durch die Aussutellungsräume

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Stefan Krause (vorne links) am Stand von Eclipse-Reisen

Stefan Krause (vorne links) am Stand von Eclipse-Reisen.de

[wb, 27.05.2013]

Sonnenfleckengruppen 1753 und 1756

Auch wenn sich der klare Himmel heute Nachmittag schnell wieder zugezogen hatte, so habe ich doch mal schnell mit meiner Kompaktkamera (Panasonic DMC-FZ200) eine Aufnahme der Sonne gemacht.

Die Belichtungsdaten waren f5.6, 1/1.000sec bei ISO 100 und ein ND5-Filter (!) vor der Linse bei 650mm plus 2fach Digitalzoom.

Sehr schön zu erkennen sind die Gruppen 1753 und 1756, zu ahnen ist 1752 (hier auch die vergleichbare Aufnahme des SDO)

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[pmo, 24.05.2013]