Montagsvortrag am 2. November 2026: „Strahlenbelastung bei Raumflügen – Kleine Teilchen, große Effekte“

2. November 2026

Strahlenbelastung bei Raumflügen – Kleine Teilchen, große Effekte

Dr. Christine Hellweg

Den Fuß auf unbewohnte Planeten oder Monde zu setzen, ist ein großer Menschheitstraum. Doch sobald wir den Schutz unseres Erdmagnetfelds und der Atmosphäre verlassen, sind wir einem kontinuierlichen Partikelbeschuss durch die galaktische kosmische Strahlung ausgesetzt.

Wie menschliche Phantome und Schweineaugen, kleine Kristalle und große Teilchenbeschleuniger, Schutzräume und Warnsysteme für Sonnenstürme, Beeren und Trockenpflaumen bei der Lösung des „Strahlungsproblems“ helfen können, erfahren Sie in diesem Vortrag.

 

PD Dr. med. vet. Christine E. Hellweg ist stellvertretende Leiterin des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln.

Sie war von 2015 bis Ende 2024 Leiterin der Abteilung Strahlungsbiologie und übernahm die stellvertretende Leitung im Januar 2025.

 

 

 

 

 

 

Die Teilnehmerzahl ist limitiert. Anmeldung zum Vortrag ausschließlich über den Anmeldebutton. Der Eintritt beträgt 4,- € und ist für Mitglieder der Volkssternwarte Bonn kostenlos.

Wir halten Ihnen dann Ihren Platz bis 18:50 Uhr frei. Bis dahin nicht belegte Plätze werden danach an der Abendkasse vergeben.

Astrovorschau für Bonn (November/Dezember 2026) von Paul Hombach

Venus taucht am Morgenhimmel auf, wo sich vorübergehend auch Merkur zeigt. Mars und Jupiter sind in der zweiten Nachthälfte zu sehen, Saturn bleibt dem Abendhimmel erhalten. Am 21. Dezember ist Wintersonnenwende.

Die Sonne steht am 21. Dezember um 21:50 Uhr MEZ am südlichsten Punkt ihrer jährlichen Bahn – die Wintersonnenwende markiert den kalendarischen Winteranfang. Schon im November sind die Tage kurz: Am 1. November scheint die Sonne von 7:23 Uhr bis 17:07 Uhr MEZ vom Bonner Himmel – ein Wert, der sich bis zum 21. Dezember noch etwas verringert (8:31 Uhr bis 16:28 Uhr MEZ). Zur Wintersonnenwende steht das Tagesgestirn um 12:30 Uhr MEZ nur maximal 15 Grad und 53 Bogenminuten über dem Bonner Südhorizont. Maximal lange Nächte sorgen für die Sichtbarkeit eines Großteils des Sternhimmels, von den Überbleibseln des Sommerhimmels abends im Westen bis zu den Frühlingssternbildern am östlichen Morgenhimmel.

Die frühe Dunkelheit hält noch das Sommerdreieck aus Wega, Deneb und Atair im Rennen, selbst am Jahresende sind die dazugehörigen Sternbilder Leier, Schwan und Adler bei Dämmerungsende noch im Westen auszumachen. Im Süden allerdings prägt der Herbsthimmel das Bild. Dort findet sich sozusagen zur Prime Time das Pferd Pegasus, bekannt als Herbstviereck. In seinem Gefolge weiter östlich und nördlich schließt sich der weitere Sagenreigen rund um Andromeda und ihrem Retter Perseus an. Das königliche Elternpaar Kassiopeia und Kepheus zieht in den Abendstunden nahe des Zenits seine Bahn. Das von Perseus zu überwindende Meeresungeheuer Cetus (Walfisch) im Südosten hat in diesem Jahr prominente Verstärkung: Der Ringplanet Saturn steht in der Nordostecke des ebenso großflächigen wie unauffälligen Sternbildes. Beim Blick nach Nordosten wird es im Laufe des Abends immer winterlicher. Früh zeigt sich der Fuhrmann, bald gefolgt vom Stier, den Zwillingen und schließlich Orion. Der komplette Winterhimmel mit dem Wintersechseck, bestehend aus Pollux in den Zwillingen, Capella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen und Prokyon Kleinen Hund wird Anfang Dezember allerdings erst nach Mitternacht seinen Höchststand im Süden erreichen. In der zweiten Nachthälfte zieht von Osten her der Frühling herauf. Dessen Leitsternbild, der Löwe, ist momentan Aufenthaltsort der Planeten Mars und Jupiter, die sich nahe seines hellsten Sterns Regulus gruppieren.

Der Anblick des Bonner Nachthimmels am 1. Dezember um 20:00 Uhr MEZ. Im Westen Sommer, im Süden Herbst, im Osten Winter, so könnte das Motto dieses Anblicks lauten: Vom Sommerdreieck im Westen über das Herbstviereck im Süden bis zum im Osten aufgehenden Orion reicht das Panorama. Unterhalb der Fische leuchtet Saturn im Süden. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur zeigt sich in der zweiten Novemberhälfte am Morgenhimmel, es ist die günstigste Morgensichtbarkeit des Jahres. Am 21. November, dem Tag seines größten Sonnenabstandes, geht der innerste Planet für Bonn um 6:00 Uhr MEZ und somit fast zwei Stunden vor der Sonne auf. Gegen 7:00 Uhr MEZ sollte er leicht über einem freien Südosthorizont (auch mit bloßem Auge) zu finden sein.

Venus taucht nach ihrer unteren Konjunktion mit der Sonne am 24. Oktober in den ersten Novembertagen bereits wieder als Morgenstern auf – ein Rolle, die sie bis über das Jahresende hinaus spielen wird. Frühes Wiederfinden der Venus lohnt sich: Bis zum 6. November beträgt die Phase der Venus weniger als 1%, schon ein Fernglas kann die ultrafeine Venussichel zeigen. Am 7. November bekommt Venus Besuch von der schmalen abnehmenden Mondsichel, am 15. November passiert sie Spica im Sternbild Jungfrau. In der zweiten Novemberhälfte kann sie als Aufsuchhilfe für Merkur dienen, der rund 15 Grad südöstlich näher am Horizont steht. Ende November erreicht Venus den sogenannten größten Glanz während ihrer Morgensichtbarkeit, bis Jahresende bringt sie es fast auf den maximalen Winkelabstand zur Sonne. Venus ist das dominierende Gestirn am Morgenhimmel!

Schöner Planetenreigen im November am Morgenhimmel: Mars und Jupiter stehen nahe beieinander im Löwen, Venus strahlt als Morgenstern bei Spica, im Südosten ist Merkur zu sehen. Himmelsanblick am 19. November 2027 um 7:00 Uhr MEZ. Grafik erstellt mit Stellarium

Mars kann seine Sichtbarkeit in der zweiten Nachthälfte deutlich ausbauen, gleiches gilt für Jupiter. Beide Planeten stehen im Löwen. Am 15. und 16. November zieht Mars nur zwei Monddurchmesser nördlich am helleren Jupiter vorbei. Am 30. November ergibt sich ein hübscher Himmelsanblick mit einem Dreieck aus Mars, Regulus und Jupiter plus abnehmendem Mond. Wenn am 28. Dezember der Mond erneut am Löwenstern Regulus vorbei zieht, ist die Konstellation im Vergleich dazu etwas auseinander gezogen. Zu Jupiter ist noch für Teleskopbeobachter anzumerken, dass die Saison der gegenseitigen Jupitermondereignisse in vollem Gange ist, derartige Ereignisse sind u.a. im Himmelskalender der VdS erwähnt. Besonders sehenswert bei höherer Vergrößerung ist eine komplexe Folge von Durchgängen und Schattenwürfen von dreien der vier galileischen Monde am Abend des 11. Dezember.

Komplexes Schauspiel der Jupitermonde am Abend des 11. Dezember. Um 23:37 Uhr MEZ sind drei Monde vor und ein Schatten auf Jupiter zu sehen, einige Minuten zuvor sind es zwei Monde und zwei Schatten. Zur Beobachtung ist wenigstens ein mittelgroßes Teleskop mit ausreichend hoher Vergrößerung nötig. Grafik erstellt mit WinJUPOS

Saturn stand im Oktober in Opposition und ist am Abendhimmel zu beobachten. Er steht in der Nordostecke des Walfisches – das Sternbild grenzt an die Ekliptik. Die Ringe sind im Teleskop noch vergleichsweise schmal, tragen aber schon wieder ordentlich zur Gesamthelligkeit des Planeten bei. Wenn Saturn am 12. Dezember seine Bewegungsrichtung wieder umkehrt und rechtläufig wird, ist er noch einmal bis auf sechs Grad an den blassen Neptun heran gerückt. Dieser Wert wird erst im Jahr 2060 wieder unterboten. Uranus im Sternbild Stier steht am 26. November in Opposition zu Sonne und ist theoretisch mit einer Helligkeit von 5,6 Größenklassen in Reichweite für das bloße Auge. Er steht im sogenannten »Goldenen Tor der Ekliptik« zwischen Plejaden und Hyaden, übrigens etwa dort, wo ihn der Astronom John Flamsteed im Jahr 1690, und damit Jahrzehnte vor Herschels Entdeckung, als vermeintlichen Stern 34 Tau in seinen Sternkatalog eintrug.

Am 9. November ist Neumond. Der Vollmond am 24. November steht morgens in der Nähe der Plejaden. Nach dem Neumond am 9. Dezember ist die nächste Begegnung mit den Plejaden am späteren Abend des 21. Dezember sogar mit der Bedeckung einiger Sterne dieses offenen Sternhaufens verbunden. Der Vollmond des 24. Dezember ist der größte und nördlichste des Jahres, so hoch am Himmel wird er als »Supermond« wohl nicht als ungewöhnlich groß empfunden.

Paul Hombach als Verfasser und die Volkssternwarte Bonn wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Beobachten und eine schöne Weihnachtszeit!

Tagung der VdS-Fachgruppe Planeten

Die 39. Tagung der VdS-Fachgruppe Planeten fand zum dritten Male in der Volkssternwarte Bonn als Gastgeberin statt. Zahlreiche hochinteressante Vorträge boten ein spannendes Tagungsprogramm, das abends mit einem gemütlichen Beisammensein endete.

Sonnenfinsternis am 12.08.2026 in Spanien

Mehrere Mitglieder der Volkssternwarte Bonn haben die SoFi innerhalb der Totalitätszone in Spanien beobachtet (Paul Hombach und Peter Oden haben im Rahmen eines Montagsvortrags darüber berichtet). Die Sonnenfinsternis war (u.a.)  im Großraum Leon an einem völlig wolkenfreien Himmel wunderbar zu beobachten.

Während der Totalität wurde es dämmrig und man konnte Venus und einige Sterne am Himmel erkennen. Auffällig waren auch große Protuberanzen, die zusätzlich zur Korona ins Auge fielen.

In einem Komposit (Überlagerung mehrer Einzelaufnahmen) hat der Autor die einzelnen Phasen der Sonnenfinsternis festgehalten:

 

 

 

Montagsvortrag am 28. September 2026: „Die totale Sonnenfinsternis 2026 in Spanien“

28. September 2026

Die totale Sonnenfinsternis 2026 in Spanien

Paul Hombach

Am 12. August 2026 kam es zu einer totalen Sonnenfinsternis in Europa, die in einem großen Bogen von einer Landzunge Russlands über Grönland; Island und Spanien sichtbar sein wird und kurz hinter Mallorca endet.

Der Reisebericht von Paul Hombach schildert die Erfahrungen vor und während der Sonnenfinsternis und wird ergänzt durch einen Bericht von Peter Oden, der die Sonnenfinsternis auf dem spanischen Festland erlebte.

Abschließend gibt es noch einen Ausblick auf die nächste totale Sonnenfinsternis am 2. August 2027 in Spanien.

 

Paul Hombach ist Musiker, Komponist und Mitglied des Ensembles im Improvisationstheater „Springmaus“ in Bonn.

Er ist Redakteur der Zeitschrift „Astronomie – Das Magazin“, gefragter Redner in Sachen Astronomie und versteht es, faszinierende Fakten verständlich zu präsentieren und Menschen für den Sternenhimmel zu begeistern.

Die Teilnehmerzahl ist limitiert. Anmeldung zum Vortrag ausschließlich über den Anmeldebutton. Der Eintritt beträgt 4,- € und ist für Mitglieder der Volkssternwarte Bonn kostenlos.

Wir halten Ihnen dann Ihren Platz bis 18:50 Uhr frei. Bis dahin nicht belegte Plätze werden danach an der Abendkasse vergeben.

Erfolgreicher Tag des Offenen Denkmals 2026

Trotz des seit vielen Jahren zum ersten Mal schlechten Wetters (also leider ohne Teleskope) konnten wir uns über rund 400 Besucher freuen!

Zwei von drei Vorträgen waren so nachgefragt, dass wir sie zweimal halten konnten. Auch die Führungen über das Gelände der Argelander-Sternwarte waren ausgesprochen begehrt.

Unsere Kinderaktionen und der Bücherstand rundeten das Programm ab.

Tag der offenen Tür in der Volkssternwarte am 13. September 2026

Am Sonntag, den 13. September 2026 lädt die Volkssternwarte Bonn e.V. von 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Rahmen des Tags des offenen Denkmals zu ihrem „Tag der Offenen Tür“ ein.

Programm:

Den ganzen Tag über können Besucher sich über die Volkssternwarte Bonn, ihre Arbeit und Angebote informieren.

Im Kuppelsaal des Refraktoriums finden um 11:30 Uhr, 13:00 Uhr und um 14:15 Uhr interessante
Vorträge zu verschiedenen astronomischen Themen statt:

11:30 „Das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße“ (Matthias Borchardt)
13:00 „Aus Staub und Gas – Die Entstehung des Sonnensystems“ (Dr. Jürgen Wirth)
14:15 „Wir sind alle Sternenstaub“ (Peter M. Oden)

Zwischen 11:15 und 15:30 wird im Seminarraum im Untergeschoss des Refraktoriums inca. 45-minütigem Rhythmus jeweils für 30 Minuten der aktuelle Sternenhimmel auf der Leinwand präsentiert.

Weiterhin finden um 12:00 Uhr, 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Führungen über das Gelände der historischen Argelander-Sternwarte statt (die Innenräume der alten Sternwarte können nicht betreten werden):

12:00 „Die Alte Sternwarte (Außengelände)“
13:30 „Die Alte Sternwarte (Außengelände)“
15:00 „Die Alte Sternwarte (Außengelände)“

Treffpunkt: Schaukasten am Kuppelgebäude.

Für die kleinen Besucher gibt es im Außengelände den ganzen Tag über das Programm „Raketen basteln und fliegen lassen“.

Im Zelt vor der Sternwarte findet wieder der astronomische Bücherflohmarkt statt.

Außerdem findet – bei klarem Himmel – eine Sonnenbeobachtung an unseren Teleskopen statt:

Weißlicht: Sonnenflecken / H-alpha-Licht: Protuberanzen, Granulation.

 

Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Astrovorschau für Bonn (September/Oktober 2026) von Paul Hombach

Venus taucht für hiesige Breiten ausgerechnet dann ab, wenn sie ihre spannendste Phase zeigen würde. Mars wird immer besser sichtbar, gleiches gilt für Jupiter am Morgenhimmel. Saturn steht in Opposition und ist die ganze Nacht über gut beobachtbar.

Der kalendarische Herbstanfang fällt im Himmelskalender 2026 auf den 23. September, um 2:05 MESZ überquert die Sonne den Himmelsäquator nach Süden. An diesem Tag geht die Sonne für Bonn um 7:19 MESZ auf und um 19:28 MESZ unter. Bis zum 25. Oktober, wenn die Sommerzeit wieder um eine Stunde zurück auf MEZ gestellt wird, hat sich ihre Verweildauer am Bonner Himmel von 7:11 bis 17:20 MEZ verkürzt.

Beim Blick an den Abendhimmel des 1. Oktober um 21:00 MESZ ist im Westen mit Arktur, dem vierthellsten Stern des Nachthimmels, noch ein Vertreter des Frühlingshimmels zu erspähen. Im Südsüdwesten zieht das Sommerdreieck, bestehend aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler, am abendlichen Himmel die Blicke auf sich – umso mehr, da sich dort von dunklen Standorten aus das Band der Milchstraße erkennen lässt – wie eine himmlische Brücke ohne jeglichen Reparaturbedarf. Die Südosthälfte des Abendhimmels ist herbstlich: Auffällig ist das Herbstviereck, eigentlich das geflügelte Pferd Pegasus. Es gehört gemeinsam mit Andromeda, Kassiopeia und dem zenitnahen Kepheus zur Sage rund um Perseus. Das von Letzterem zu besiegende Meeresungeheuer Cetus (Walfisch) grenzt an die Ekliptik und bekommt in diesem Jahr Besuch von Saturn, es wird im Laufe des späteren Abends im Südosten höher steigen, während von Osten her dann Fuhrmann und Stier ihren Auftritt haben. Doch erst gegen 4:00 MESZ wird das Winterensemble mit den noch fehlenden Sternbildern Orion, Kleiner und Großer Hund sowie den Zwillingen im Südosten vollständig aufgezogen sein. Gegen 6:00 MESZ zeigen zeigt sich mit Krebs und Löwe im Osten zwei Frühlingssternbilder, die durch Mars und Jupiter bereichert werden.

Der Blick an den Bonner Nachthimmel am 1. Oktober um 21:00 MESZ zeigt den Lauf der Sommermilchstraße vom Südsüdwesten, wo der Schütze untergeht, durch das Sommerdreieck bis zur Kassiopeia zenitnah im Osten. Im Südosten leuchtet Saturn an der Grenze von Walfisch und Fischen. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur bleibt für mitteleuropäische Breiten unsichtbar, erst im Laufe des November wird er wieder am Morgenhimmel auftauchen. Venus verkürzt ihre Sichtbarkeit in der Abenddämmerung drastisch. Sie beendet ihr Abendgastspiel im September vorzeitig, da sie sehr südlich der ohnehin flach am Abendhimmel verlaufenden Ekliptik steht. Am 19. September, wenn sie ihren sogenannten maximalen Glanz erreicht, geht sie bereits eine knappe halbe Stunde nach der Sonne unter. Am 24. Oktober zieht sie 6,5 Grad unterhalb der Sonne vorbei – Venus steht in unterer Konjunktion. Nach diesem Überholmanöver auf ihrer Innenbahn wird Venus im November wieder am Morgenhimmel erscheinen.

Mars ist in der zweiten Nachthälfte zu beobachten. Mitte September steht er in den Zwillingen und geht gegen halb zwei Uhr nachts auf. Einen Monat später ist der rote Planet in den Krebs weiter gezogen. Er durchquert am 11. Und 12. Oktober den offenen Sternhaufen M44. Seine Aufgangszeit verharrt bei 1:06 MESZ. Ende Oktober hat sich die Helligkeit des Planeten sichtbar gesteigert, er steuert dann auf Jupiter im Löwen zu. Der Riesenplanet am Morgenhimmel wechselt bereits am 24. September vom Krebs in den Löwen, wo er seine Sichtbarkeit ausbaut. Für Teleskopbeobachter beginnt im Herbst 2026 eine Saison mit gegenseitigen Bedeckungen und Verfinsterungen seiner vier hellsten Monde, diese Ereignisse sind z.B. im Himmelskalender der VdS eingepflegt.

Saturn steht am 4. Oktober in Opposition zur Sonne und ist die gesamte schon recht lange Herbstnacht hindurch zu sehen. In diesem Jahr blicken wir zur Opposition auf die Südseite der bereits sieben Grad geöffneten Ringe – ein wieder vertrauter Anblick im Teleskop. Neptun, obwohl nur mit dem Fernglas zu erkennen, sei erwähnt, da er am 26. September in Opposition zur Sonne steht. Er steht in einem sternarmen Feld rund zehn Grad westlich von Saturn. Zur Opposition stört ausgerechnet der volle Mond (s.u.) die Neptunsuche.

Aufsuchkarte für das Fernglasobjekt Neptun am Abend des 30. September 2026, wenn der Mond nicht mehr mit seinem Licht stört. Grafik erstellt mit Stellarium

Der Mond erreicht seine Neumondstellung am 11. September, danach zieht er sehr südlich seine Bahn am Abendhimmel und braucht mehrere Tage, bis der dort wieder sichtbar wird. Vollmond ist am 26. September. In den Folgetagen kann man schön den Herbstmond-Effekt beobachten, wenn der Erdtrabant, noch fast als Vollmond, durch seine immer nördlichere Himmelsposition scheinbar zur fast gleichen Zeit aufgeht. Für den 10. Oktober steht ein weiterer Neumond im Kalender, bevor der Vollmond des 26. Oktober die Herbstnacht einen Tag nach der Zeitumstellung auf MEZ beleuchtet.

Paul Hombach als Verfasser und die Volkssternwarte Bonn wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Beobachten!

Beobachten der partiellen Sonnenfinsternis am 12. August

Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August wird sich in Bonn am besten mit Blick auf das Meßdorfer Feld beobachten lassen. Kommen Sie zum direkt angrenzenden Argelander-Institut für Astronomie, um das Ereignis bei gutem Wetter mit Teleskopen und Sonnenfinsternis-Brillen zu verfolgen! Parallel wird ein Livestream im Hörsaal gezeigt, so dass Sie das Himmelsschauspiel wetterunabhängig erleben können. Kleine Astro-Fans kommen in einer Kinderecke auf ihre Kosten.

Erfahrene Mitglieder der Volkssternwarte Bonn und Forschende des Argelander-Instituts für Astronomie und des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie beantworten gerne alle Ihre Fragen rund um die Sonnenfinsternis und Astronomie allgemein.

Die Verfinsterung der Sonne beginnt um 19:19 Uhr. Die maximale Verdunkelung, bei der 88 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt sein werden, wird um 20:13 Uhr erreicht. Aber schon in den Stunden vorher lohnt der Blick auf unsere Sonne, auf der mit Hilfe verschiedener Teleskope interessante Details sichtbar werden.

Wir verkaufen am Mittwoch bei der Veranstaltung am AIfA noch Sonnenfinsternisbrillen – solange der Vorrat reicht.

Astrovorschau für Bonn (Juli/August 2026) von Paul Hombach

Unbestrittenes Highlight ist die Sonnenfinsternis am 12. August, die für Bonn 88% Bedeckung bringt. In den frühen Morgenstunden des 28. August ist eine partielle Mondfinsternis zu sehen. Venus ist immer ungünstiger am Abendhimmel zu beobachten. Saturn zeigt sich in der zweiten Nachthälfte, Mars am Morgenhimmel. Dort ist im August auch Merkur zu entdecken, gemeinsam mit Jupiter, der an den Morgenhimmel zurück kehrt.

Die Sonne ist in den Sommermonaten Juli und August bereits wieder in Richtung kürzerer Tage unterwegs. Während die Sonne am 1. Juli von 5:23 Uhr bis 21:48 Uhr MESZ über dem Bonner Horizont steht, bescheint sie am 31. August von 6:44 Uhr bis 20:19 Uhr MESZ Bonn und seine Brücken (bzw. das, was davon übrig ist). Am 17. Juli endet die Zeit der Mitternachtsdämmerung, es wird nachts wieder (anfangs nur kurz) astronomisch dunkel. Im Juli kann weiterhin mit leuchtenden Nachtwolken gerechnet werden.

Zur Mitte des Vorhersagezeitraums, am 1. August, zeigen sich die Sternbilder kurz vor Ende der nautischen Dämmerung ab 22:45 Uhr MESZ bei ausreichender Dunkelheit. Im Westsüdwesten ist mit Arktur im Bärenhüter noch ein Stern des Frühlings erkennbar, durch die immer früher einsetzende Dunkelheit wird er dem Beobachter dort noch eine Weile erhalten bleiben. Herkules, Schlangenträger (Ophiuchus) und Skorpion sind aus dem Meridian nach Südsüdwesten gerückt, den Süden nimmt das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair in den Sternbildern Leier, Schwan und Adler ein. Im Osten zieht mit dem Pegasus-Quadrat der Herbst auf. Erst gegen 4:00 Uhr MESZ wird dieses Sternbild im Süden stehen. Dann sind auch die Fische (mit Saturn) und sogar der winterliche Stier (mit Mars) gut im Südosten bzw. Osten zu sehen. Bis die Szenerie der kurzen Sommernacht gegen 5:00 Uhr MESZ verblasst, reckt sich bereits im Osten der obere Teil des Orion empor. Jeder Hitzewelle folgt unweigerlich ein Winter.

Blick an den Bonner Nachthimmel am 1. August um 22:45 Uhr MESZ. Im Nordwesten befindet sich der Große Wagen (Ursa Major) im Abstieg, der Bärenhüter steht im Südwesten. Den Süden dominiert das Sommerdreieck, den Osten zieren die ersten Herbststernbilder. Der zu 90% beleuchtete Mond ist mit dem Sternbild Wassermann aufgegangen und erhellt die Szenerie. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur bietet ab dem Monatswechsel Juli/August eine kleine Morgensichtbarkeit. Am 31. Juli steht er zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung kurz nach 5 Uhr Sommerzeit rund fünf Grad hoch über dem Ostnordosthorizont. Schon am 2. August erreicht er seinen (eher bescheidenen) maximalen Sonnenanstand, der innerste Planet steigert aber seine Helligkeit, so dass die besten Beobachtungsaussichten zwischen dem 7. und 15. August bestehen. Dieser 15. August hat eine Besonderheit zu bieten: Jupiter taucht nach seiner Konjunktion mit der Sonne (diese trat am 29. Juli ein) wieder am Morgenhimmel auf und steht an diesem Morgen nur anderthalb Monddurchmesser senkrecht unter Merkur am Himmel, allerdings tief über dem Horizont in der schon fortgeschrittenen Dämmerung. Merkurs Sichtbarkeit endet, während Jupiter von Tag zu Tag besser am Morgenhimmel zu sehen sein wird. Ebenfalls Objekte des Morgenhimmels bzw. fast schon der zweiten Nachthälfte sind Saturn und Mars. Der Ringplanet mit inzwischen wieder neun Grad zur Erde geneigten Ringen geht Mitte Juli fast 40 Minuten nach Mitternacht auf, einen Monat später schon um 22:32 Uhr MESZ. Mars kann seine Aufgangszeiten im gleichen Zeitraum von 2:37 Uhr auf 1:54 Uhr MESZ vorverlegen. Als Besonderheit sei erwähnt, dass Mars am Morgen des 4. Juli nah (d.h. nur ein Drittel Monddurchmesser westlich) bei Uranus steht, eine ideale Gelegenheit, den deutlich schwächeren Planeten links neben Mars mit dem Fernglas zu erspähen.

Das Planetenpaar Merkur und Jupiter am Morgen des 15. August 2026 am Horizont in der Morgendämmerung. Blick nach Ostnordosten um 5:30 Uhr MESZ. Grafik erstellt mit Stellarium

Planetenarm hingegen präsentiert sich der Abendhimmel. Venus wird zwar dort als Abendstern noch etwas heller und vergrößert sogar den Sonnenabstand, doch es nützt nichts: Sie steht immer südlicher als die Sonne am Himmel und verkürzt ihre Abendsichtbarkeit. Anfang Juli geht sie noch zwei Stunden nach der Sonne unter. Ende August geht der Abendstern um 21:15 Uhr MESZ hinter dem Bonner Westsüdwesthorizont unter – nur rund eine Stunde nach Sonnenuntergang.

Ende Juni erreichte der Mond eine extrem südliche Vollmondposition. Am 14. Juli ist Neumond, gefolgt von einem Vollmond am 29. Juli. Der Neumond des 12. August 2026 bringt die lange erwartete Sonnenfinsternis, die in Teilen Grönlands, Islands und Spaniens total, im deutschen Sprachraum immerhin hochgradig partiell ist. Für Bonn beginnt die partielle Verfinsterung um 19:19 Uhr MESZ in 14 Grad Höhe, um 20:13 Uhr MESZ ist das Maximum mit einer Bedeckung (bezogen auf die Sonnenfläche) von 88% erreicht. Leider steht die Sonne dann nur noch sechs Grad hoch. Am Tag vorher sollte man sich um einen Standort bemühen, an dem zu vergleichbarer Zeit die Sonne überhaupt noch sichtbar ist. Innerhalb weniger Minuten schwenkt die Sonnensichel regelrecht um, was natürlich (wie bei jeder Sonnenbeobachtung) nur mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen zu beobachten ist. Zur Vermeidung von Augenschäden sind visuell sog. SoFi-Brillen (Fachhandel) zu verwenden bzw. vor den Objektiven von Ferngläsern, Teleskopen etc. geeignete Filter anzubringen. Alternativ kann man die Projektionsmethode verwenden. Wie solche Methoden anzuwenden sind, hat der Astronomiejournalist Daniel Fischer 2016 anlässlich des Merkurdurchgangs vor der Sonne beschrieben. Auch da stand die zu beobachtende Sonne z.T. recht tief, was zu besonderen Überlegungen führt. Je nach Wettersituation kann die Sonne am Horizont so stark gedämpft sein, dass man sie „einfach so“ betrachten kann, doch Vorsicht: Bitte achten Sie eigenverantwortlich auf Ihr Augenlicht und gucken nicht ungeschützt hin, wenn es auch nur ansatzweise zu grell ist! Das Ende der Finsternis (21:04 Uhr MESZ) ist unbeobachtbar, da die Sonne bereits um 20:58 Uhr MESZ untergeht.

Die genauen Zeiten für andere Standorte lassen sich mit dieser interaktiven Google-Karte einfach ermitteln. Es werden auch Live-Streams der Finsternis angeboten, diese werden hier verlinkt. A propos Lange Nacht der Astronomie: die Sternschnuppen der Perseiden sind in der folgenden Nacht des 12. August garantiert mondfrei zu beobachten, der Neumond war ja gerade erst mit der Sonne beschäftigt!

Rund um das 88%-Maximum (20:13 Uhr MESZ) ändert die Sonnensichel innerhalb weniger Minuten deutlich ihre Orientierung, hier gerechnet für Bonn (links: 20:11 Uhr, rechts 20:14 Uhr MESZ). Grafiken erstellt mit Stellarium

Aus gegebenem Anlass sei hier noch einmal die von unserem verstorbenen Vereinsmitglied Helmut Burghard erstellte Übersichtsgrafik der Finsternisse für Bonn der Jahre 2015-2029 gezeigt. Keine Finsternis ist hier mit einem so hohen Bedeckungsgrad zu sehen wie diese vom 12. August 2026! Grafik: Helmut Burghard, Volkssternwarte Bonn e.V.

Beim Vollmond des 28. August kommt es in den frühen Morgenstunden zu einer Mondfinsternis, die ebenfalls hochgradig partiell ausfällt. Der bereits untergehende Mond taucht um 4:33 Uhr MESZ, noch 17 Grad hoch im Südwesten, in den irdischen Kernschatten ein. Das Maximum mit 93,5% Verfinsterung tritt um 6:13 Uhr MESZ ein. Da verblasst der Erdbegleiter nur noch vier Grad hoch am Horizont im Morgengrauen, bietet vielleicht aber ein schönes Fotomotiv.

Paul Hombach als Verfasser und die Volkssternwarte Bonn wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Beobachten!