Astrovorschau für Bonn (September/Oktober 2026) von Paul Hombach

Venus taucht für hiesige Breiten ausgerechnet dann ab, wenn sie ihre spannendste Phase zeigen würde. Mars wird immer besser sichtbar, gleiches gilt für Jupiter am Morgenhimmel. Saturn steht in Opposition und ist die ganze Nacht über gut beobachtbar.

Der kalendarische Herbstanfang fällt im Himmelskalender 2026 auf den 23. September, um 2:05 MESZ überquert die Sonne den Himmelsäquator nach Süden. An diesem Tag geht die Sonne für Bonn um 7:19 MESZ auf und um 19:28 MESZ unter. Bis zum 25. Oktober, wenn die Sommerzeit wieder um eine Stunde zurück auf MEZ gestellt wird, hat sich ihre Verweildauer am Bonner Himmel von 7:11 bis 17:20 MEZ verkürzt.

Beim Blick an den Abendhimmel des 1. Oktober um 21:00 MESZ ist im Westen mit Arktur, dem vierthellsten Stern des Nachthimmels, noch ein Vertreter des Frühlingshimmels zu erspähen. Im Südsüdwesten zieht das Sommerdreieck, bestehend aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler, am abendlichen Himmel die Blicke auf sich – umso mehr, da sich dort von dunklen Standorten aus das Band der Milchstraße erkennen lässt – wie eine himmlische Brücke ohne jeglichen Reparaturbedarf. Die Südosthälfte des Abendhimmels ist herbstlich: Auffällig ist das Herbstviereck, eigentlich das geflügelte Pferd Pegasus. Es gehört gemeinsam mit Andromeda, Kassiopeia und dem zenitnahen Kepheus zur Sage rund um Perseus. Das von Letzterem zu besiegende Meeresungeheuer Cetus (Walfisch) grenzt an die Ekliptik und bekommt in diesem Jahr Besuch von Saturn, es wird im Laufe des späteren Abends im Südosten höher steigen, während von Osten her dann Fuhrmann und Stier ihren Auftritt haben. Doch erst gegen 4:00 MESZ wird das Winterensemble mit den noch fehlenden Sternbildern Orion, Kleiner und Großer Hund sowie den Zwillingen im Südosten vollständig aufgezogen sein. Gegen 6:00 MESZ zeigen zeigt sich mit Krebs und Löwe im Osten zwei Frühlingssternbilder, die durch Mars und Jupiter bereichert werden.

Der Blick an den Bonner Nachthimmel am 1. Oktober um 21:00 MESZ zeigt den Lauf der Sommermilchstraße vom Südsüdwesten, wo der Schütze untergeht, durch das Sommerdreieck bis zur Kassiopeia zenitnah im Osten. Im Südosten leuchtet Saturn an der Grenze von Walfisch und Fischen. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur bleibt für mitteleuropäische Breiten unsichtbar, erst im Laufe des November wird er wieder am Morgenhimmel auftauchen. Venus verkürzt ihre Sichtbarkeit in der Abenddämmerung drastisch. Sie beendet ihr Abendgastspiel im September vorzeitig, da sie sehr südlich der ohnehin flach am Abendhimmel verlaufenden Ekliptik steht. Am 19. September, wenn sie ihren sogenannten maximalen Glanz erreicht, geht sie bereits eine knappe halbe Stunde nach der Sonne unter. Am 24. Oktober zieht sie 6,5 Grad unterhalb der Sonne vorbei – Venus steht in unterer Konjunktion. Nach diesem Überholmanöver auf ihrer Innenbahn wird Venus im November wieder am Morgenhimmel erscheinen.

Mars ist in der zweiten Nachthälfte zu beobachten. Mitte September steht er in den Zwillingen und geht gegen halb zwei Uhr nachts auf. Einen Monat später ist der rote Planet in den Krebs weiter gezogen. Er durchquert am 11. Und 12. Oktober den offenen Sternhaufen M44. Seine Aufgangszeit verharrt bei 1:06 MESZ. Ende Oktober hat sich die Helligkeit des Planeten sichtbar gesteigert, er steuert dann auf Jupiter im Löwen zu. Der Riesenplanet am Morgenhimmel wechselt bereits am 24. September vom Krebs in den Löwen, wo er seine Sichtbarkeit ausbaut. Für Teleskopbeobachter beginnt im Herbst 2026 eine Saison mit gegenseitigen Bedeckungen und Verfinsterungen seiner vier hellsten Monde, diese Ereignisse sind z.B. im Himmelskalender der VdS eingepflegt.

Saturn steht am 4. Oktober in Opposition zur Sonne und ist die gesamte schon recht lange Herbstnacht hindurch zu sehen. In diesem Jahr blicken wir zur Opposition auf die Südseite der bereits sieben Grad geöffneten Ringe – ein wieder vertrauter Anblick im Teleskop. Neptun, obwohl nur mit dem Fernglas zu erkennen, sei erwähnt, da er am 26. September in Opposition zur Sonne steht. Er steht in einem sternarmen Feld rund zehn Grad westlich von Saturn. Zur Opposition stört ausgerechnet der volle Mond (s.u.) die Neptunsuche.

Aufsuchkarte für das Fernglasobjekt Neptun am Abend des 30. September 2026, wenn der Mond nicht mehr mit seinem Licht stört. Grafik erstellt mit Stellarium

Der Mond erreicht seine Neumondstellung am 11. September, danach zieht er sehr südlich seine Bahn am Abendhimmel und braucht mehrere Tage, bis der dort wieder sichtbar wird. Vollmond ist am 26. September. In den Folgetagen kann man schön den Herbstmond-Effekt beobachten, wenn der Erdtrabant, noch fast als Vollmond, durch seine immer nördlichere Himmelsposition scheinbar zur fast gleichen Zeit aufgeht. Für den 10. Oktober steht ein weiterer Neumond im Kalender, bevor der Vollmond des 26. Oktober die Herbstnacht einen Tag nach der Zeitumstellung auf MEZ beleuchtet.

Paul Hombach als Verfasser und die Volkssternwarte Bonn wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Beobachten!

Tag der offenen Tür in der Volkssternwarte am 13. September 2026

Am Sonntag, den 13. September 2026 lädt die Volkssternwarte Bonn e.V. von 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Rahmen des Tags des offenen Denkmals zu ihrem „Tag der Offenen Tür“ ein.

Programm:

Den ganzen Tag über können Besucher sich über die Volkssternwarte Bonn, ihre Arbeit und Angebote informieren.

Im Kuppelsaal des Refraktoriums finden um 13:30 h, 14:15 h und um 15:00 h interessante
Vorträge zu verschiedenen astronomischen Themen statt:

11:30 „Das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße“ (Matthias Borchardt)
13:00 „Aus Staub und Gas – Die Entstehung des Sonnensystems“ (Dr. Jürgen Wirth)
14:15 „Wir sind alle Sternenstaub“ (Peter M. Oden)

Zwischen 11:15 und 15:30 wird im Seminarraum im Untergeschoss des Refraktoriums inca. 45-minütigem Rhythmus jeweils für 30 Minuten der aktuelle Sternenhimmel auf der Leinwand präsentiert.

Weiterhin finden um 12:00 Uhr und 15:00 Uhr Führungen über das Gelände der historischen Argelander-Sternwarte statt:

12:00 „Die Alte Sternwarte (Außengelände)“
15:00 „Die Alte Sternwarte (Außengelände)“

Treffpunkt: Schaukasten am Kuppelgebäude.

Für die kleinen Besucher gibt es im Außengelände den ganzen Tag über das Programm „Raketen basteln und fliegen lassen“.

Im Zelt vor der Sternwarte findet wieder der astronomische Bücherflohmarkt statt.

Außerdem findet – bei klarem Himmel – eine Sonnenbeobachtung an einem der Teleskope statt:

Weißlicht: Sonnenflecken / H-alpha-Licht: Protuberanzen, Granulationen.

 

Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Montagsvortrag am 28. September 2026: „Die totale Sonnenfinsternis 2026 in Spanien“

28. September 2026

Die totale Sonnenfinsternis 2026 in Spanien

Paul Hombach

Am 12. August 2026 kam es zu einer totalen Sonnenfinsternis in Europa, die in einem großen Bogen von einer Landzunge Russlands über Grönland; Island und Spanien sichtbar sein wird und kurz hinter Mallorca endet. Der Reisebericht von Paul Hombach schildert die Erfahrungen vor und während der Sonnenfinsternis und wird ergänzt durch einen Bericht von Peter Oden, der die Sonnenfinsternis auf dem spanischen Festland erlebte.

Abschließend gibt es noch einen Ausblick auf die nächste totale Sonnenfinsternis am 2. August 2027 in Spanien.

 

Paul Hombach ist Musiker, Komponist und Mitglied des Ensembles im Improvisationstheater „Springmaus“ in Bonn. Er ist Redakteur der Zeitschrift „Astronomie – Das Magazin“, gefragter Redner in Sachen Astronomie und versteht es, faszinierende Fakten verständlich zu präsentieren und Menschen für den Sternenhimmel zu begeistern.

 

 

 

 

 

Die Teilnehmerzahl ist limitiert. Anmeldung zum Vortrag ausschließlich über den Anmeldebutton. Der Eintritt beträgt 4,- € und ist für Mitglieder der Volkssternwarte Bonn kostenlos.

Wir halten Ihnen dann Ihren Platz bis 18:50 Uhr frei. Bis dahin nicht belegte Plätze werden danach an der Abendkasse vergeben.

Beobachten der partiellen Sonnenfinsternis am 12. August

Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August wird sich in Bonn am besten mit Blick auf das Meßdorfer Feld beobachten lassen. Kommen Sie zum direkt angrenzenden Argelander-Institut für Astronomie, um das Ereignis bei gutem Wetter mit Teleskopen und Sonnenfinsternis-Brillen zu verfolgen! Parallel wird ein Livestream im Hörsaal gezeigt, so dass Sie das Himmelsschauspiel wetterunabhängig erleben können. Kleine Astro-Fans kommen in einer Kinderecke auf ihre Kosten.

Erfahrene Mitglieder der Volkssternwarte Bonn und Forschende des Argelander-Instituts für Astronomie und des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie beantworten gerne alle Ihre Fragen rund um die Sonnenfinsternis und Astronomie allgemein.

Die Verfinsterung der Sonne beginnt um 19:19 Uhr. Die maximale Verdunkelung, bei der 88 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt sein werden, wird um 20:13 Uhr erreicht. Aber schon in den Stunden vorher lohnt der Blick auf unsere Sonne, auf der mit Hilfe verschiedener Teleskope interessante Details sichtbar werden.

Wir verkaufen am Mittwoch bei der Veranstaltung am AIfA noch Sonnenfinsternisbrillen – solange der Vorrat reicht.

Astrovorschau für Bonn (Juli/August 2026) von Paul Hombach

Unbestrittenes Highlight ist die Sonnenfinsternis am 12. August, die für Bonn 88% Bedeckung bringt. In den frühen Morgenstunden des 28. August ist eine partielle Mondfinsternis zu sehen. Venus ist immer ungünstiger am Abendhimmel zu beobachten. Saturn zeigt sich in der zweiten Nachthälfte, Mars am Morgenhimmel. Dort ist im August auch Merkur zu entdecken, gemeinsam mit Jupiter, der an den Morgenhimmel zurück kehrt.

Die Sonne ist in den Sommermonaten Juli und August bereits wieder in Richtung kürzerer Tage unterwegs. Während die Sonne am 1. Juli von 5:23 Uhr bis 21:48 Uhr MESZ über dem Bonner Horizont steht, bescheint sie am 31. August von 6:44 Uhr bis 20:19 Uhr MESZ Bonn und seine Brücken (bzw. das, was davon übrig ist). Am 17. Juli endet die Zeit der Mitternachtsdämmerung, es wird nachts wieder (anfangs nur kurz) astronomisch dunkel. Im Juli kann weiterhin mit leuchtenden Nachtwolken gerechnet werden.

Zur Mitte des Vorhersagezeitraums, am 1. August, zeigen sich die Sternbilder kurz vor Ende der nautischen Dämmerung ab 22:45 Uhr MESZ bei ausreichender Dunkelheit. Im Westsüdwesten ist mit Arktur im Bärenhüter noch ein Stern des Frühlings erkennbar, durch die immer früher einsetzende Dunkelheit wird er dem Beobachter dort noch eine Weile erhalten bleiben. Herkules, Schlangenträger (Ophiuchus) und Skorpion sind aus dem Meridian nach Südsüdwesten gerückt, den Süden nimmt das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair in den Sternbildern Leier, Schwan und Adler ein. Im Osten zieht mit dem Pegasus-Quadrat der Herbst auf. Erst gegen 4:00 Uhr MESZ wird dieses Sternbild im Süden stehen. Dann sind auch die Fische (mit Saturn) und sogar der winterliche Stier (mit Mars) gut im Südosten bzw. Osten zu sehen. Bis die Szenerie der kurzen Sommernacht gegen 5:00 Uhr MESZ verblasst, reckt sich bereits im Osten der obere Teil des Orion empor. Jeder Hitzewelle folgt unweigerlich ein Winter.

Blick an den Bonner Nachthimmel am 1. August um 22:45 Uhr MESZ. Im Nordwesten befindet sich der Große Wagen (Ursa Major) im Abstieg, der Bärenhüter steht im Südwesten. Den Süden dominiert das Sommerdreieck, den Osten zieren die ersten Herbststernbilder. Der zu 90% beleuchtete Mond ist mit dem Sternbild Wassermann aufgegangen und erhellt die Szenerie. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur bietet ab dem Monatswechsel Juli/August eine kleine Morgensichtbarkeit. Am 31. Juli steht er zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung kurz nach 5 Uhr Sommerzeit rund fünf Grad hoch über dem Ostnordosthorizont. Schon am 2. August erreicht er seinen (eher bescheidenen) maximalen Sonnenanstand, der innerste Planet steigert aber seine Helligkeit, so dass die besten Beobachtungsaussichten zwischen dem 7. und 15. August bestehen. Dieser 15. August hat eine Besonderheit zu bieten: Jupiter taucht nach seiner Konjunktion mit der Sonne (diese trat am 29. Juli ein) wieder am Morgenhimmel auf und steht an diesem Morgen nur anderthalb Monddurchmesser senkrecht unter Merkur am Himmel, allerdings tief über dem Horizont in der schon fortgeschrittenen Dämmerung. Merkurs Sichtbarkeit endet, während Jupiter von Tag zu Tag besser am Morgenhimmel zu sehen sein wird. Ebenfalls Objekte des Morgenhimmels bzw. fast schon der zweiten Nachthälfte sind Saturn und Mars. Der Ringplanet mit inzwischen wieder neun Grad zur Erde geneigten Ringen geht Mitte Juli fast 40 Minuten nach Mitternacht auf, einen Monat später schon um 22:32 Uhr MESZ. Mars kann seine Aufgangszeiten im gleichen Zeitraum von 2:37 Uhr auf 1:54 Uhr MESZ vorverlegen. Als Besonderheit sei erwähnt, dass Mars am Morgen des 4. Juli nah (d.h. nur ein Drittel Monddurchmesser westlich) bei Uranus steht, eine ideale Gelegenheit, den deutlich schwächeren Planeten links neben Mars mit dem Fernglas zu erspähen.

Das Planetenpaar Merkur und Jupiter am Morgen des 15. August 2026 am Horizont in der Morgendämmerung. Blick nach Ostnordosten um 5:30 Uhr MESZ. Grafik erstellt mit Stellarium

Planetenarm hingegen präsentiert sich der Abendhimmel. Venus wird zwar dort als Abendstern noch etwas heller und vergrößert sogar den Sonnenabstand, doch es nützt nichts: Sie steht immer südlicher als die Sonne am Himmel und verkürzt ihre Abendsichtbarkeit. Anfang Juli geht sie noch zwei Stunden nach der Sonne unter. Ende August geht der Abendstern um 21:15 Uhr MESZ hinter dem Bonner Westsüdwesthorizont unter – nur rund eine Stunde nach Sonnenuntergang.

Ende Juni erreichte der Mond eine extrem südliche Vollmondposition. Am 14. Juli ist Neumond, gefolgt von einem Vollmond am 29. Juli. Der Neumond des 12. August 2026 bringt die lange erwartete Sonnenfinsternis, die in Teilen Grönlands, Islands und Spaniens total, im deutschen Sprachraum immerhin hochgradig partiell ist. Für Bonn beginnt die partielle Verfinsterung um 19:19 Uhr MESZ in 14 Grad Höhe, um 20:13 Uhr MESZ ist das Maximum mit einer Bedeckung (bezogen auf die Sonnenfläche) von 88% erreicht. Leider steht die Sonne dann nur noch sechs Grad hoch. Am Tag vorher sollte man sich um einen Standort bemühen, an dem zu vergleichbarer Zeit die Sonne überhaupt noch sichtbar ist. Innerhalb weniger Minuten schwenkt die Sonnensichel regelrecht um, was natürlich (wie bei jeder Sonnenbeobachtung) nur mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen zu beobachten ist. Zur Vermeidung von Augenschäden sind visuell sog. SoFi-Brillen (Fachhandel) zu verwenden bzw. vor den Objektiven von Ferngläsern, Teleskopen etc. geeignete Filter anzubringen. Alternativ kann man die Projektionsmethode verwenden. Wie solche Methoden anzuwenden sind, hat der Astronomiejournalist Daniel Fischer 2016 anlässlich des Merkurdurchgangs vor der Sonne beschrieben. Auch da stand die zu beobachtende Sonne z.T. recht tief, was zu besonderen Überlegungen führt. Je nach Wettersituation kann die Sonne am Horizont so stark gedämpft sein, dass man sie „einfach so“ betrachten kann, doch Vorsicht: Bitte achten Sie eigenverantwortlich auf Ihr Augenlicht und gucken nicht ungeschützt hin, wenn es auch nur ansatzweise zu grell ist! Das Ende der Finsternis (21:04 Uhr MESZ) ist unbeobachtbar, da die Sonne bereits um 20:58 Uhr MESZ untergeht.

Die genauen Zeiten für andere Standorte lassen sich mit dieser interaktiven Google-Karte einfach ermitteln. Es werden auch Live-Streams der Finsternis angeboten, diese werden hier verlinkt. A propos Lange Nacht der Astronomie: die Sternschnuppen der Perseiden sind in der folgenden Nacht des 12. August garantiert mondfrei zu beobachten, der Neumond war ja gerade erst mit der Sonne beschäftigt!

Rund um das 88%-Maximum (20:13 Uhr MESZ) ändert die Sonnensichel innerhalb weniger Minuten deutlich ihre Orientierung, hier gerechnet für Bonn (links: 20:11 Uhr, rechts 20:14 Uhr MESZ). Grafiken erstellt mit Stellarium

Aus gegebenem Anlass sei hier noch einmal die von unserem verstorbenen Vereinsmitglied Helmut Burghard erstellte Übersichtsgrafik der Finsternisse für Bonn der Jahre 2015-2029 gezeigt. Keine Finsternis ist hier mit einem so hohen Bedeckungsgrad zu sehen wie diese vom 12. August 2026! Grafik: Helmut Burghard, Volkssternwarte Bonn e.V.

Beim Vollmond des 28. August kommt es in den frühen Morgenstunden zu einer Mondfinsternis, die ebenfalls hochgradig partiell ausfällt. Der bereits untergehende Mond taucht um 4:33 Uhr MESZ, noch 17 Grad hoch im Südwesten, in den irdischen Kernschatten ein. Das Maximum mit 93,5% Verfinsterung tritt um 6:13 Uhr MESZ ein. Da verblasst der Erdbegleiter nur noch vier Grad hoch am Horizont im Morgengrauen, bietet vielleicht aber ein schönes Fotomotiv.

Paul Hombach als Verfasser und die Volkssternwarte Bonn wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Beobachten!

Montagsvortrag am 29. Juni 2026: „LUNA Analog Facility – Der Mond auf Erden“

29. Juni 2026

LUNA Analog Facility – Der Mond auf Erden

Dr. Jürgen Schlutz

 

Die Raumfahrt hat wieder den Mond im Blick. Mit dem Artemis-Programm möchte man in wenigen Jahren auch Menschen wieder zum Mond bringen.

Mit ihrer einzigartigen Ausstattung und der nahtlosen Integration in den Campus ermöglicht LUNA die Durchführung hochkomplexer Simulationen für astronautische und robotische Mondaktivitäten.

 

 

 

Dr. Jürgen Schlutz ist einer der Projektleiter für die ESA-DLR Analog-Anlage LUNA. Er ist promovierter Luft- und Raumfahrttechnik-Ingenieur mit viel Erfahrung in der astronautischen Raumfahrt und Exploration.

Vor seiner aktuellen Position war er für die Koordination der Explorations-aktivitäten zuständig und als Vertreter Deutschlands in den Gremien der ESA zur astronautischen Raumfahrt und Exploration sowie zu den Wissenschaftsmissionen benannt.

Er unterrichtet weiterhin zu diesen Themen an der Universität Stuttgart, der TU München und der TU Graz.

 

 

 

Die Teilnehmerzahl ist limitiert. Anmeldung zum Vortrag ausschließlich über den Anmeldebutton oben. Der Eintritt beträgt 4,- € und ist für Mitglieder der Volkssternwarte Bonn kostenlos.

Wir halten Ihnen dann Ihren Platz bis 18:50 Uhr frei. Bis dahin nicht belegte Plätze werden danach an der Abendkasse vergeben.

Astrovorschau für Bonn (Mai/Juni 2026) von Paul Hombach

Am 21. Juni ist kalendarischer Sommeranfang. Venus als Abendstern erreicht das Maximum ihrer diesjährigen Sichtbarkeit und zeigt mit Jupiter im Juni einen spannenden Planetentanz. Merkur hat eine günstige Abendsichtbarkeit, Saturn taucht wieder am Morgenhimmel auf. Einzig Mars hält sich noch verborgen. Der Juni-Vollmond fällt noch einmal sehr südlich aus.

Mit dem 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende, ist das Maximum der Tageslänge erreicht. Die Sonne scheint dann von 5:18 bis 21:48 Uhr MESZ am Bonner Himmel. Am 27. Mai steht die Sonne um 1:29 Uhr MESZ mit ihrem geometrischen Mittelpunkt noch einmal 18 Grad unter dem Nordhorizont, das Kriterium der astronomischen Dämmerung wird danach bis zum 17. Juli nicht mehr erreicht. Diese Zeit sommerlich aufgehellter Nächte ist zugleich Saison, um nach leuchtenden Nachtwolken Ausschau zu halten – perlmuttfarbene oder bläuliche, oft wellenförmige dünne Wolken in meist nördlicher Richtung, die in rund 85 km Höhe noch vom Sonnenlicht getroffen werden.

Die Wintersternbilder haben sich bis auf nördlichere Konstellationen wie Zwillinge und Fuhrmann zurückgezogen, und der Frühlingshimmel dominiert den Anblick des abendlichen Himmels. Zur Mitte des Vorhersagezeitraums, am 1. Juni, muss bis um 23:00 Uhr MESZ gewartet werden, bis die Sternbilder erkennbar sind. Dann ist das klassische Frühlingssternbild des Löwen schon nach Westen gerückt. Im Süden strahlt der orangefarbene Arktur im Bärenhüter hoch am Himmel, der solchermaßen bewachte Große Bär (bzw. die Bärin) mit dem bekannten Wagen, befindet sich nahe des Zenits. Dem Bogen der Deichsel über Arktur hinaus folgend gelangt man zu Spica im Sternbild Jungfrau. Im Osten zieht der Sommer auf: Mit Wega, Deneb und Atair in den Sternbildern Leier, Schwan und Adler ist das Sommerdreieck im Nordosten und Osten vertreten – es wird erst in der Morgendämmerung der kurzen Nacht seinen Höchststand erreichen. Im Südosten lockt der Schlangenträger, einmal seine zahlreichen Kugelsternhaufen zu erforschen. Kurz nach 1:00 Uhr MESZ in der Nacht nähert sich Antares im Skorpion dem Meridian.

Blick an den Bonner Nachthimmel am 1. Juni um 23:00 Uhr MESZ. Venus und Jupiter stehen mit den untergehenden Zwillingen im Westnordwesten, selbst Merkur ist noch zu sehen. Der helle Arktur im Bärenhüter kulminiert im Süden, den Südosten nehmen Herkules und der Schlangenträger ein, im Osten ist das Sommerdreieck aufgegangen. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur zeigt ab Ende Mai bis Mitte Juni eine vergleichsweise gute Abendsichtbarkeit. Die beste Zeit für freisichtige Beobachtungen des Planeten, der an der Grenze der Sternbilder Stier und Zwillinge weit nördlich steht, ist in den ersten Junitagen. Dann ist die Kombination aus Winkelabstand zur Sonne und Helligkeit des Planeten günstig, die beste Beobachtungszeit für Bonn ist dann ungefähr 22:30 Uhr MESZ, Blick in Richtung Nordwesten.

Venus ist als Abendstern unübersehbar. Mitte Mai erreicht sie den Höhepunkt ihrer diesjährigen Abendsichtbarkeit, obwohl ihr größter Sonnenabstand in den August und ihre größte Helligkeit in den September fällt. Dann aber wird Venus deutlich südlicher als die Sonne nur noch flach in der Abenddämmerung stehen. Jetzt ab der Maimitte und bis Anfang Juni geht der Abendstern in MESZ gerechnet für Bonn sogar erst nach Mitternacht unter! Ein Highlight ist die Begegnung mit Jupiter am 9. und 10. Juni, wenn beide Planeten nahe beieinander im Westnordwesten in der Abenddämmerung leuchten. Während Jupiter Anfang Mai mit Einbruch der Dunkelheit noch recht hoch im Westen steht, tauscht er nun mit Abendstern Venus die Plätze, was in den Tagen vor und nach dem 9. Juni schön zu verfolgen ist. Am 16. und 17. Juni schaut dazu die neue Mondsichel bei der Dreierkette Merkur – Jupiter – Venus vorbei. Für Jupiter geht danach die Sichtbarkeit zu Ende.

Planetentreffen in den Zwillingen: Venus nahe Jupiter, dazu Merkur in der Abenddämmerung des 9. Juni 2026. Blick nach Westnordwesten um 23:00 Uhr MESZ. Grafik erstellt mit Stellarium

Mars kann sich auch vier bis fünf Monate nach seiner Konjunktion mit der Sonne noch nicht wieder am Morgenhimmel zeigen. Saturn hingegen kehrt ab Ende Mai langsam wieder an den Morgenhimmel zurück. Bis Mitte Juni hat sich der Planet in den Fischen mit den inzwischen wieder deutlich geöffneten Ringen soweit abgesetzt, dass er gegen 4:00 Uhr MESZ in der Bonner Morgendämmerung über dem Osthorizont gefunden werden kann. Auf Uranus (er steht im Mai in Konjunktion mit der Sonne) und Neptun (dto. Ende März) muss vorerst noch verzichtet werden.

Der Mond gelangt im Vorhersagezeitraum gleich dreimal in Vollmondstellung. Der erste Vollmond steht für den 1. Mai im Kalender, der zweite – sozusagen ein Blue Moon – fällt auf den 31. Mai. Neumond ist am 16. Mai und 15. Juni. Ein dritter Vollmond ist für den 30. Juni zu vermelden. Er ist der südlichste des Jahres (und südlichste Vollmond bis Juli 2042) – die sogenannte große Mondwende von 2025 mit ihren extremen Mondpositionen wirkt noch nach.

Tief im Schützen kulminiert der Vollmond am 30. Juni um 1:36 Uhr MESZ in nur elf Grad Höhe! Grafik erstellt mit Stellarium

Paul Hombach als Verfasser und die Volkssternwarte Bonn wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Beobachten!

Am 28. März ist Astronomietag! [March 28 is Astronomy Day!]

Die Volkssternwarte Bonn, das Argelander-Institut für Astronomie und das Max-Planck-Institut für Radioastronomie schließen sich zusammen, um am 28. März 2026 mit Interessierten jeden Alters den Tag der Astronomie zu feiern!

Von 14:00 bis 19:00 Uhr werden im Hörsaal des Argelander-Instituts (Auf dem Hügel 71, 53121 Bonn-Endenich) allgemeinverständliche Vorträge angeboten – zwei davon auf Englisch. Diese reichen von aktuellen Forschungsfragen über eine Live-Beobachtung mit dem 100-Meter-Radioteleskop in Effelsberg bis hin zum leichten Einstieg in die eigene Astrofotografie (siehe Tabelle unten).

Bei gutem Wetter finden gemeinsame Beobachtungen direkt vor dem Institut statt: Erst wird die Sonne beobachtet, dann der Mond, Planeten und weitere spannende Objekte. Für kleine Astrofreundinnen und -freunde gibt es eine Mal- und Bastelecke.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei. Der Beobachtungsplatz vor dem Institut ist ebenerdig und der Hörsaal kann über eine Rampe erreicht werden. Wir freuen uns auf Euch!

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The Volkssternwarte Bonn, the Argelander Institute for Astronomy, and the Max Planck Institute for Radio Astronomy are joining forces to celebrate Astronomy Day on March 28, 2026, with interested people of all ages!

From 2:00 p.m. to 7:00 p.m., easily understandable talks – two of them in English – will be held in the lecture hall of the Argelander Institute (Auf dem Hügel 71, 53121 Bonn-Endenich). These range from current research topics to a live observation using the 100-meter radio telescope in Effelsberg, and even an easy introduction to astrophotography (see the table below).

If the weather is good, group observations will take place right in front of the institute: first the Sun will be observed, then the Moon, planets, and other exciting objects. For young astronomy enthusiasts, there will be a drawing and craft corner.

No registration is required. Admission is free. The observing area in front of the institute is at ground level, and the lecture hall can be accessed via a ramp. We look forward to seeing you!

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14:00 Uhr„Kosmische Magnetfelder – unsichtbar, aber überall“ von Dr. Rainer Beck
(Abstract)
14:30 Uhr„Wie wir mit kosmischen Magnetfeldern den Urknall beobachten“ von Prof. Dr. Jennifer Schober (Abstract)
15:00 Uhr„Live-Beobachtung mit dem 100-Meter-Radioteleskop Effelsberg“ mit Dr. Alexander Kraus (Abstract)
15:30 Uhr„Vom Acker zur Andromeda-Galaxie – Einstieg in die Deep-Sky-Astrofotografie“ von André Küllenberg (Abstract)
16:00 Uhr"Weighing Young Stars with Radio Telescopes" von Dr. Sergio A. Dzib (Abstract)
16:30 Uhr„Warum sind wir hier?“ von David Ohse
17:00 Uhr„Der Himmel über Bonn“ von Peter M. Oden (Abstract)
17:30 Uhr"How do we measure the Universe?" von Kent Barbey (Abstract)
18:00 Uhr„Exoplaneten und Sternhaufen: Beobachtungsprojekte am optischen AIfA-Teleskop“ von Dr. Malte Tewes (Abstract)
18:30 Uhr„Radioastronomie mit dem Astropeiler Stockert“ von Dr. Ralf Beyerstedt (Abstract)

Auf den Spuren der alten Seefahrer

Astronavigationskurs 2026
Ein Einblick in die astronomische Navigation mit praktischen Übungen

Beide Termine bilden zusammen einen Kurs
am 14. + 15. März 2026 und 21. + 22. März 2026
jeweils 10.00 bis ca. 16.00 Uhr
im Refraktorium der Volkssternwarte Bonn, Poppelsdorfer Allee 47, Bonn

Veranstalter sind:

Bonner Segelgemeinschaft e.V.
Mitglied im Deutschen Seglerverband

Volkssternwarte Bonn e.V.

 

 

 

Wir begeben uns zunächst auf eine Reise mit den alten Seefahrern und lernen ihre oftmals einfachen, aber effektiven Navigationsmethoden kennen, mit denen sie weit entfernte und manchmal noch unbekannte Ziele erreichten und vor allem, auch wieder nach Hause fanden. Bereits damals kannten Kolumbus, Magellan & Co. auch Verfahren der astronomischen Navigation, die wir heute noch anwenden.

Die astronomische Navigation ist heute vom Navigationssystem GPS und anderen elektronischen Verfahren verdrängt worden. Astronavigation ist aber auch heute noch ein zuverlässiges Navigationsverfahren bei Ausfall der Elektronik an Bord (Blitzeinschlag). Und Spaß macht es auch, sich mit diesem interessanten Teil der praktischen Astronomie zu beschäftigen.

Wie können wir mit Hilfe ausgewählter Himmelskörper ohne Computer unsere Position feststellen? Die Beantwortung dieser Frage und der Umgang mit Sextanten sind das Ziel dieses Kurses.

Eine  Teilnahme an diesem Seminar ist ausschließlich mit vorheriger Anmeldung  (internet@volkssternwarte-bonn.de) möglich.

Eine kurzfristige Anmeldung bis Ende der Woche ist noch möglich.

 

Astrovorschau für Bonn (März/April 2026) von Paul Hombach

Venus baut ihre Rolle als Abendstern aus. Jupiter bleibt ein strahlendes Objekt am Abendhimmel. Merkur, Mars und Saturn sind den Blicken entzogen.

Am 20. März ist kalendarischer Frühlingsanfang, die Tag- und Nachtgleiche tritt ein, wenngleich unter Berücksichtigung des Sonnendurchmessers und der Wirkung der Erdatmosphäre der Gleichstand zwischen Sonne über und unter dem Horizont bereits am 17. März eintritt, dem »Equilux-Tag«. Die Umstellung auf Sommerzeit, bei der die Uhren um eine Stunde auf MESZ vorgestellt werden, erfolgt am Sonntag, den 29. März. Als Folge der immer heller werdenden Abende tritt der Wintersternhimmel seinen Rückzug an.

Zunächst gibt sich der Abendhimmel im März noch winterlich. Das Wintersechseck, bestehend aus Rigel im Orion, Aldebaran im Stier, Kapella im Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen (die Besuch durch den hellen Jupiter haben), Prokyon im Kleinen und Sirius im Großen Hund stehen Anfang März um 20:00 Uhr MEZ im Süden, Anfang April sind sie um 21:00 Uhr MESZ nach Südwesten gerückt. Ende April sind nur noch die nördlichen Wintersternbilder Fuhrmann, Zwillinge und sogar noch der Kleine Hund abends im Westen zu finden. Charakteristisches Sternbild für den jetzt den Abendanblick übernehmenden Frühlingshimmel ist das Bonner Wappentier, der Löwe. Der steht Mitte März gegen 23:00 Uhr MEZ, und Mitte April 22:00 Uhr MESZ hoch im Süden. Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau bilden das sogenannte Frühlingsdreieck. Zwischen Löwe und Zwillinge, sozusagen an der Nahtstelle zwischen Winter und Frühling, beherbergt das unscheinbare Sternbild Krebs in seiner Mitte mit M44 einen im Fernglas sehenswerten offenen Sternhaufen. Unterhalb des Krebses ist der wenig auffällige Kopf der Wasserschlange, die sich von dort in südöstlicher Richtung unterhalb des Löwen entlang windet. Der auffälligste Stern dort ist mit einer Helligkeit von zwei Größenklassen Alphard (α Hya), der rund 23 Grad (entspricht etwas mehr als der gespreizten Hand mit ausgestrecktem Arm) unterhalb von Regulus jetzt gut zu finden ist. Derweil nähert sich der »Große Wagen«, Teil des Sternbildes Großer Bär (bzw. Bärin), dem Zenit.

Der Bonner Nachthimmel am 1. April 2026 um kurz nach 21 Uhr Sommerzeit zeigt sich zweigeteilt: Im Südwesten stehen die Wintersternbilder rund um den Orion, die östliche Hemisphäre wird von den Frühlingssternbildern mit dem Löwen dominiert. Venus steht als Abendstern knapp über dem Westhorizont, während Jupiter noch hoch in den Zwillingen leuchtet. Grafik erstellt mit Stellarium

Merkur bleibt für Beobachter in mittleren und nördlichen Breiten unsichtbar. Trotz großen Winkelabstandes ist die Lage der Ekliptik am Morgenhimmel ungünstig. Deshalb bleibt auch die ungewöhnliche Gruppierung mit Mars und Saturn am 20. April, bei der die drei Planeten in einem Kreis von weniger als zwei Grad Durchmesser stehen (kurioserweise in der Nordwestecke des Sternbilds Walfisch, das an die Ekliptik grenzt), Beobachtern in Äquatornähe oder auf der Südhalbkugel vorbehalten. Venus baut ihre Rolle als Abendstern kräftig aus. Während sie am 1. März nur gut eine Stunde nach der Sonne hinter dem Horizont verschwindet, geht sie Ende April für Bonn erst um 23:28 Uhr MESZ unter, über zweieinhalb Stunden nach der Sonne. Sie steht dann zwischen Plejaden und Hyaden im Sternbild Stier, im sogenannten »goldenen Tor der Ekliptik«. Am 23. April überholt der Abendstern Uranus, der sich zu dieser Zeit vom Abendhimmel verabschiedet, wo er zuvor wenige Grad unterhalb der Plejaden noch ein leichtes Objekt für das Fernglas war. Die Bewegung des Uranus, so beschaulich sie sein mag, ist anhand der Sterne 13 und 14 Tau (mit denen er am 20. März ein Dreieck bildet) schön zu verfolgen.

Begegnung in der Abenddämmerung: Am Abend des 23. April (hier um 21:20 MESZ) ist die helle Venus weniger als ein Grad westlich des ungleich schwächeren Uranus zu sehen, beide stehen wiederum in der Nähe der Plejaden. Für Uranus ist ein Fernglas erforderlich. Grafik erstellt mit Stellarium

Mars kehrt nach seiner Konjunktion mit der Sonne im Januar noch nicht wieder auf die Himmelsbühne zurück. Jupiter ist weiter auffälliger Glanzpunkt am Abendhimmel. Am 1. April steht er um 20:00 Uhr MESZ (praktisch bei Sonnenuntergang) im Meridian. Selbst Ende April geht er erst nach zwei Uhr nachts unter. Seine nördliche Stellung in den Zwillingen hält ihn bis weit ins Frühjahr hinein beobachtungstechnisch im Rennen. Zu den Schmankerln für Teleskopbeobachter gehören die Durchgänge und Schattenwürfe seiner hellsten Monde. Herausragend sind hier die jeweils dreifachen Ereignisse an den Abenden des 17. und 26. März zu nennen, die sich übrigens schön mit dem kostenfreien Programm WinJUPOS darstellen lassen. Saturn steht am 25. März in Konjunktion und ist unbeobachtbar, gleiches gilt für Neptun (Konjunktion 22. März). Bei Saturn kann man mit einem guten Fernglas noch versuchen, die Begegnung mit der hellen Venus am Abend des 8. März zu verfolgen, der bleiche Ringplanet steht nur ein Grad südöstlich.

Der zunehmende Mond bei Jupiter, Kastor und Pollux am Abend des 26. März, hier um 20:20 Uhr MEZ. Einen ähnlichen Mondbesuch in den Zwilingen gibt es am Abend des 22. April.

Vollmond ist am 3. März, Neumond am 19. Schon am 20. taucht die schmale Mondsichel wieder in der Abenddämmerung oberhalb der Venus auf. Am 26. ist der Mond zwischen Jupiter sowie Kastor und Pollux in den Zwillingen zu finden. Der erste Frühlingsvollmond ist am 2. April zu sehen, der folgende 5. April ist Ostersonntag. Nach dem Neumond am 17. April begegnet die Mondsichel am Abend des 19. April einmal mehr den Plejaden. Am 22. April stehen wieder Jupiter, Kastor und Pollux auf dem lunaren Besuchsprogramm.

Viel Spaß beim Beobachten!